Pospischil: Ein Schub nach vorne für Attendorn

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Gregor Stuhldreier (rechts) gratuliert dem neuen Bürgermeister Christian Pospischil bei dessen Amtseinführung.
Der SPD-Fraktionsvorsitzende Gregor Stuhldreier (rechts) gratuliert dem neuen Bürgermeister Christian Pospischil bei dessen Amtseinführung.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Der Attendorner Bürgermeister Christian Pospischil äußert sich zu den ersten Monaten seiner Amtszeit und blickt nach vorne.

Attendorn..  Zum Jahreswechsel befragte die Redaktion den am 25. Mai Mai mit fast 58 Prozent der Wählerstimmen neu in das Amt gewählten Attendorner Bürgermeister Christian Pospischil über die bisher gesammelten Eindrücke und Erfahrungen sowie dazu, was er vom neuen Jahr erwartet und was er sich und der Hansestadt für 2015 wünscht.

Frage: Wie war Ihr erstes halbes Jahr als Attendorner Bürgermeister?

Christian Pospischil: So dicht gedrängt mit neuen Erlebnissen und Erfahrungen, das es sich nur schwer in eine Antwort fassen lässt. Kurz gesagt: Turbulent, anstrengend, schön. Vor allem macht es mir Freude, mit so vielen unterschiedlichen Menschen in Kontakt zu kommen und etwas für unsere Stadt zu bewegen.

Was war 2014 besonders positiv?

Für mich persönlich natürlich vor allem unsere Hochzeit und das Wahlergebnis. Aber auch für die Stadt war es kein schlechtes Jahr. Wirtschaftlich haben wir derzeit weiterhin gute Rahmenbedingungen. Die Attendorner Unternehmer und ihre Beschäftigten arbeiten so erfolgreich, dass wir mit den von ihnen erwirtschafteten Steuern unsere Stadt weiterentwickeln können.

Wir waren in der Lage, die Bauarbeiten für das neue Industriegebiet Fernholte-Eckenbach zu beginnen. Damit kann die Stadt bald wieder eigene Industrieflächen zur Verfügung stellen. Wir haben uns unter riesiger Beteiligung der Bürger auf den Weg gemacht, unsere Innenstadt attraktiver zu gestalten.

Die Verwaltung konnte wiederum ein ambitioniertes Bauprogramm mit hohen Investitionen in Schulen, Straßen, Spielplätze und die sonstige Infrastruktur der Stadt realisieren. Wir können nach wie vor auf viel ehrenamtliches Engagement der Attendorner zählen.

Seit neuestem kümmern sich erfreulich viele Bürger und Organisationen, die von der Stadt zu einem Runden Tisch eingeladen worden sind, um die steigende Zahl von Asylbewerbern in unserer Stadt.

Was empfanden Sie als negativ?

Allen guten Absichten, die man hegt, zum Trotz, muss man sich intensiv mit Problemen beschäftigen, die man selbst nur wenig beeinflussen kann.Die Kommunen werden oft vom Gesetzgeber in Bund und Land alleingelassen. Das gilt für die Finanzausstattung der Kommunen allgemein, aber auch für spezielle Probleme wie die nicht auskömmliche Kostenerstattung für die Asylbewerber.

Warum wird 2015 für die Hansestadt Attendorn und ihre Bürger ein gutes Jahr?

Wir haben im Dezember den städtischen Haushalt beschlossen. Er sieht kräftige Investitionen in die Zukunftsfähigkeit unserer Stadt vor, aber gleichzeitig bleiben die Steuersätze in unserer Stadt weit und breit die niedrigsten. Die Investitionen fließen vor allem in das neue Industriegebiet Fernholte-Eckenbach, aber auch in die Parkpalette Feuerteich und die Kreuzung am Ennester Tor.

Daneben sind viele kleinere Maßnahmen geplant, die unsere Stadt voranbringen. Mir ist es besonders wichtig, dass unsere Stadt familienfreundlich ist - nicht nur aus Eigeninteresse... Deshalb bauen wir nächstes Jahr zum Beispiel einen Spielplatz in der Waldenburger Bucht und finanzieren einen Baby-Rucksack für die neu geborenen Attendorner.

2015 haben wir die Chance, Fördergelder für zwei wichtige Zukunftsthemen für uns zu sichern. Zum einen wollen wir das Innenstadtentwicklungskonzept fertigstellen und Städtebaufördermittel dafür beantragen. Zum anderen bewerben wir uns mit Olpe, Wenden und Drolshagen als LEADER-REGION.

Im Erfolgsfall erhalten wir erhebliche Fördermittel für eine attraktivere Gestaltung unserer Innenstadt, aber auch für die Weiterentwicklung des ländlichen Raumes und unserer Dörfer. Das lohnt große Anstrengungen – bitte unterstützen Sie uns mit Ihrer Beteiligung, liebe Bürgerinnen und Bürger!

Was wünschen Sie sich für sich und Ihre Kommune für 2015?

Wie gerade geschildert, gehen wichtige Planungsprozesse im nächsten Jahr auf die Zielgeraden. Ich wünsche mir, dass wir diese Planungsprozesse erfolgreich abschließen und anschließend zur Umsetzung kommen. Wenn die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen positiv bleiben, dann bin ich zuversichtlich, dass wir die Herausforderungen meistern und unserer Stadt gemeinsam einen Schub nach vorn versetzen. Wir können schließlich auf die bewährte Tatkraft, das ehrenamtliche Engagement und den Bürgersinn der Attendorner bauen.

Für alle Attendorner, aber auch für meine Familie wünsche ich mir außerdem ein gesundes und glückliches neues Jahr mit Zeit füreinander. Das gilt natürlich vor allem für unser Baby, das meine Frau und ich im März erwarten.