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Politik

Politik will sich nicht mehr von Bahn vorführen lassen

19.11.2009 | 18:45 Uhr

Finnentrop. Die Politik will sich nicht weiter von der Deutschen Bahn AG vorführen lassen. Das wurde bei einem Ortstermin der Verkehrskommission des Regionalrats Arnsberg am Bahnübergang in Finnentrop deutlich und soll den Verantwortlichen des Bundesunternehmens auch mitgeteilt werden.

„Durch ein Verhalten wie dieses stellt die Deutsche Bahn AG die Glaubwürdigkeit der gesamten Politik bei den Bürgern infrage”, machte Hermann Josef Droege, der Vorsitzende des Regionalrates der Bezirksregierung Arnsberg, am Donnerstag beim Ortstermin der Verkehrskommission des Gremiums am Finnentroper Bahnübergang seinem Ärger Luft.

Es könne nicht angehen, dass die Bahn die Politik bis hin zu einem Minister, der hier vor eineinhalb Jahren den ersten Spatenstich vollzogen habe, in solch einer Art vorführe, schimpfte Droege weiter. Immerhin handele es sich bei der Beseitigung des Bahnübergangs in Finnentrop um ein Projekt, das Bedeutung für die Lenneschiene und die gesamte Region bis Sundern habe.

Bürgermeister Heß, der den Mitgliedern der Verkehrskommission und einigen anwesenden Kreistagsmitgliedern den Werdegang des Projekts darstellte, wies darauf hin, dass es allein an der Deutschen Bahn liege, dass man „drei Millionen Euro in die Lenne gesetzt”, dass die neue Brücke jetzt fünf Jahre als „Denkmal der Untätigkeit” dort stehe und vor dem ersten Befahren wohl bereits der erste Hauptrevision unterzogen werde.

Die Mitglieder der Verkehrskommission forderten Regierungspräsident Helmut Diegel und Hermann Josef Droege auf, die Verantwortlichen der Deutschen Bahn AG, die aus "terminlichen Gründen" durch Abwesenheit glänzten, zur nächsten Sitzung des Regionalrates im Dezember einzuladen um ihnen klar zu machen, dass man sich nicht mehr alles gefallen lassen werde.

Peter Plugge

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Kommentare
20.11.2009
18:21
Politik will sich nicht mehr von Bahn vorführen lassen
von Heinrichderviertelvorzwölfte | #6

Die Gier nach Geld macht die Gesellschaft kaputt.
Die einen kriegen immer mehr, die anderen gucken in die Röhre. Mittendrin eine marode Infrastruktur in den Bereichen Verkehr, Gesundheitswesen und Bildung. Dann geht auch noch die ganze Finanzelite mit ihren Spekulationen übern Jordan und das Land vor die Hunde.
Da will ich doch mal den Heinrich zitiere:Denk ich an Deutschland in der Nacht, bin ich um den Schlaf gebracht!

20.11.2009
15:38
Politik will sich nicht mehr von Bahn vorführen lassen
von WWUler | #5

In der Tat - das Berliner S-Bahn-Chaos, das erst jetzt langsam behoben ist, beweist relativ deutlich, was einen privatisierten Dienstleister antreibt: Geld - und zwar nur Geld. Da fallen eben 70% der Wagen weg, weil man Wartungen scheute, Werkstätten schloss und Ersatzwagen verkaufte - um den Unternehmenswert zum Börsengang aufzupolieren.
Überdies, zum ständigen Gemeckere: Der Laden Deutsche Bahn ist einfach riesengroß, aber er leistet auch viel und muss vieles im Auge haben. Und wenn sich 3000 Menschen im Jahr vor Züge werfen, gerät der Fahrplan schnell aus dem Takt - soll heißen: Viele der Bahn angekreidete Probleme sind garnicht mutwillig verursacht, sondern hängen von Zufällen ab. Und wer in Berlin am Hauptbahnhof steht, sieht, was da abgeht...

20.11.2009
08:28
Politik will sich nicht mehr von Bahn vorführen lassen
von Lokführer Henschel | #4

Die geordnete Privatisierung bringt doch erst das Chaos! Das Privatunternehmen fühlt sich nicht dem Allgemeinwohl sondern nur noch sich selbst verpflichtet! Der ganze Privatisierungswahn hat den ganzen Laden aus den Fugen gebracht. Das Land kränkelt an unfähigen Managern, übermächtigen Lobbyisten, realitätsfremden Politikern und an der überbordenden Geldgeilheit!
Früher gab es den ganz Schmodder nicht, da gab es die Deutsche Bundesbahn und alles war geregelt.

20.11.2009
07:04
Politik will sich nicht mehr von Bahn vorführen lassen
von J. Knopf | #3

B A H N = Beförderung auf höchstem Niveau

20.11.2009
01:05
Politik will sich nicht mehr von Bahn vorführen lassen
von sagtdiewahrheit | #2

Gut gebrüllt, Löwen - aber versucht doch mal, einer Krake Handschellen anzulegen!!
Also her mit einer geordneten Privatisierung und Schluß mit Pöstchenschiebereien, verstaubter Verwaltung und verkrusteten Hirachien. Schon der Name ist Programm: DB d.h. Dauerbremser!!??

19.11.2009
18:59
Politik will sich nicht mehr von Bahn vorführen lassen
von politikistverlogen | #1

Deutschland ist ein Verwaltungsscherbenhaufen! Die Bahn erst recht. Was hier passiert, kann ein Mensch mit gesundem Verstand nicht mehr begreifen. Wer ist bei der Bahn verantwortlich? Die höchste Instanz muss her.

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