Planungspanne – Bahnübergang dicht, Brücke noch nicht fertig

Ab dem 26. April werden die Bahnschranken in Finnentrop auch für Fußgänger endgültig geschlossen bleiben.
Ab dem 26. April werden die Bahnschranken in Finnentrop auch für Fußgänger endgültig geschlossen bleiben.
Foto: Peter Plugge
Was wir bereits wissen
In Finnentrop wird ein Bahnübergang geschlossen, ohne dass eine neue Brücke bereitsteht. Die Bürger müssen bald weit laufen oder ein Taxi rufen.

Finnentrop.. Die neue Brücke ist noch nicht fertig - der alte Bahnübergang soll aber schon geschlossen werden: In Finnentrop müssen Fußgänger bald zwei Kilometer Umweg laufen, weil nach 24 Jahren Bau- und Planungszeit nichts zusammenpasste. Finnentrops Bürgermeister Dietmar Heß (CDU) ist sauer: "Da hieß es dann: 'Das geht nicht. Die Leute haben Pech gehabt.'"

Am Sonntag, 26. April, schließen sich die Schranken am Finnentroper Bahnübergang endgültig - auch für Fußgänger. Ein Kompromiss sieht vor, dass bis zur Fertigstellung der neuen Brücke im August Fußgänger, die vom Finnentroper Bahnhof zum neuen Park + Ride Parkplatz im Lennepark, zur Lennestraße oder umgekehrt gelangen wollen, kostenlos die montags bis freitags stündlich verkehrenden Busse der Linie R 98 nutzen können. Für sie wird eine Behelfshaltestelle an der L 539 neu eingerichtet.

Kostenloses Taxi muss 45 Minuten vorher bestellt werden

Darüber hinaus kann ebenfalls kostenlos ein Anruftaxi genutzt werden, das allerdings, so ZWS-Geschäftsführer Günter Padt, "45 Minuten zuvor telefonisch unter 0180/35 04 045 angefordert werden muss". Dietmar Heß legte Wert auf die Feststellung, dass dieser Taxibus "auch regelmäßig wiederkehrend gerufen werden kann", zum Beispiel vor und nach den Gottesdiensten in der evangelischen Kirche in der Lennestraße. Das sei "das Mindeste, worauf wir bestehen mussten", so Heß, der sich bei der Vorstellung als "Vertreter der betroffenen Fußgänger" bezeichnete. Er machte deutlich: "Wir sind mit diesem Angebot nicht komplett zufrieden, aber das ist bei einem Kompromiss immer so."

Geldverschwendung Auch Straßen.NRW findet die Verzögerungen nicht gut. Sie sei aber zum Teil auch auf Wünsche der Stadt zurückzuführen, sagte ein Sprecher der Regionalniederlassung Südwestfalen.

Termin steht seit 2013 fest

Heß wies darauf hin, dass die Gemeinde bis März in dem Glauben gewesen sei, dass es eine "individuelle Lösung" für das Problem gebe, das durch die Inbetriebnahme eines neuen elektronischen Stellwerks am 26. April in Kreuztal hervorgerufen wird. Thomas Harbach von der DB Netz AG erklärte, dass dieser Termin seit 2013 bekannt sei und aus diversen Gründen "nicht verschoben werden kann".

Die Frage, ob es keine Sicherheitsbedenken dahingehend gebe, dass eilige Fußgänger vielleicht doch versuchen könnten, die ungeschützten Bahnanlagen im Bereich des Finnentroper Bahnhofs zu überqueren, verneinte Harbach. Er verwies auf das allgemein geltende Betretungsverbot für Bahnanlagen, und meinte: "Dann müssten wir alle Gleise einzäunen". Was im Bereich des ehemaligen Bahnübergangs auch geschehen soll. (mit dpa)