Plädoyers für Elternwillen und kleine Einheiten

Hünsborn..  Die Bürgermeisterkandidaten der Gemeinde Wenden, Jutta Hecken-Defeld (SPD), Thorsten Scheen (UWG) und Bernd Clemens (CDU) standen etwa 60 Bürgern im Gasthof „Zu den Dreikönigen“ in Hünsborn Rede und Antwort.

Längeren Atem

Im Fokus der KAB-Veranstaltung, standen u.a. die Themen Gewerbeflächen, Schulpolitik und Interkommunale Zusammenarbeit.

In der Vorstellungsrunde erläuterten die Kandidaten vorab ihre Intentionen. Bernd Clemens: „Ich bin seit 48 Jahren ein Wendscher Junge. Das Amt des Bürgermeisters ist etwas Besonderes. Ich möchte bewegen und die Zukunft gestalten.“ Thorsten Scheen: „Ich traue mir das Amt zu und habe Erfahrungen im Verwaltungsbereich gesammelt. Demokratie lebt von der Vielfalt.“ Jutta Hecken-Defeld: „Ich bin lange Mitglied der SPD und Vorsitzende der Partei. Ich bin mir meiner Außenseiterposition bewusst, aber auch kleine Parteien können etwas bewirken. Auch, wenn sie den längeren Atem brauche. Siehe: Gesamtschule.“ Schulpolitik: Bernd Clemens: „Die Entscheidung der Gemeinde alle drei Eingangsklassen in Wenden zu bilden, hatte Charme. Aber ich kann verstehen, dass die Ottfinger ihre Schule behalten wollen. Die Voraussetzungen für eine Eingangsklasse in Rothemühle sind gegeben. Die Weichen werden mit dem Schulentwicklungsplan gestellt. Ich plädiere für eine rasche Entscheidung. Wir können das Thema nicht immer vor uns herschieben. Wir müssen eine Entscheidung treffen, auch wenn es schwer fällt. Man sollte auch den Mut zur Schließung haben.“

Den Herausforderungen stellen

Jutta Hecken-Defeld: „Der Elternwille war ausschlaggebend. Alle haben sich bemüht, keine Schule zu benachteiligen. Wir müssen uns den Herausforderungen des demografischen Wandels stellen und alles dafür tun, alle Schulen zu erhalten. Wichtig ist, die Eltern mit ins Boot zu holen. Der Arbeitskreis „Primar“ spielt eine wichtige Rolle.“

„Thorsten Scheen: „Ich war überrascht, dass fast alle Ottfinger nach Rothemühle gehen. Nicht nachvollziehbar waren die emotionalen Diskussionen um den Ganztags-Schulentwicklungsplan. Wir sollten fraktionsübergreifend sachlich bleiben und das bestmögliche für die Schüler im Auge behalten.“

Interkommunale Zusammenarbeit: Jutta Hecken-Defeld will gemeinsam mit anderen Kommunen, die Bindung von Fachkräften stärken und Anreize bei der Ärztlichen Versorgung schaffen. Thorsten Scheen hob hervor, dass eine gemeinsame Musikschule mit Olpe und Drolshagen Synergieeffekte schaffe. Die gemeinsame Abfallwirtschaft sei der richtige Weg. Scheen räumte ein, dass kleine Kommunen zuweilen schlagkräftiger seien. Bernd Clemens: „Es gibt gute Beispiele, aber interkommunale Zusammenarbeit ist kein Allheilmittel. Kleinere Einheiten sind oft näher am Bürger.“

Auf Nachfrage von Moderator Holger Böhler, wo Veränderungen nötig seien, sagte Thorsten Scheen: „Alles anders machen wollen, hieße den Status Quo in Frage stellen. Wir haben in der Verwaltung ein kompetentes Mitarbeiterteam. Was fehlt ist ein Personalentwicklungskonzept. Ein zielführendes Gesundheitsmanagement wäre wichtig. Die Bürger sollen im Rathaus immer eine offene Tür finden.“ Bernd Clemens: „Wir sind gut aufgestellt. Bürgermeister Brüser hinterlässt große Fußstapfen und hat viel bewegt. Wir könnten mehr in der Elektronischen Datenverarbeitung tun.“

Gute Außendarstellung

Jutta Hecken-Defeld: „Wir sollten das E-Government erweitern. Wir haben kein Jugendparlament und keinen Seniorenbeirat.“ Franz Henke wollte wissen, wie die Gemeinde zukunftsfähig erhalten bleibt: Jutta Hecken-Defeld: „Wichtig sind ein neues Gewerbegebiet, ein Netzwerk zur Wirtschaftsförderung (Beispiel Automotive Attendorn) und eine gute Außendarstellung.“ Thorsten Scheen: „Von der Landhecke können wir uns verabschieden. Wir sind an unsere Grenzen gestoßen und müssen was tun. Der Naherholungswert muss erhalten bleiben.“ Bernd Clemens: „Wichtig sind Arbeitsplätze. Wir sollten an der Landhecke festhalten. Das ist ein Riesenpfund.“