Piraten wollen nicht die Segel streichen

Am heutigen Samstag sammeln die Olper Piraten wieder Unterschriften auf dem Olper Marktplatz.
Am heutigen Samstag sammeln die Olper Piraten wieder Unterschriften auf dem Olper Marktplatz.
Foto: privat
Was wir bereits wissen
Neue Idee: Die Olper Stadtverwaltung soll ins Kreishaus ziehen, die Kreisverwaltung sucht sich andere Räume. Zur Not auch außerhalb von Olpe

Olpe..  Die Olper Piraten denken nicht daran, die Segel zu streichen – im Gegenteil. „Das Bürgerbegehren verliert keineswegs an Fahrt“, sagt Sascha Sievert, einer der beiden Initiatoren des Bürgerbegehrens gegen einen Rathausneubau. Gleichzeitig preschen die Piraten mit einen neuen Idee vor: Stadtverwaltung ins Kreishaus, Kreisverwaltung irgendwo anders hin.

„Am letzten Samstag haben wir Unterschriften in Rehringhausen gesammelt und am Samstag stehen wir für die Bürger wieder auf dem Marktplatz. Eine Reihe von Bürgern haben das Bürgerbegehren auch aus dem SPD-Mitteilungsblatt „Olper Durchblick“ und mit Unterschriften versehen uns per Post zukommen lassen“, betont Sievert. „Inzwischen liegt die Zahl der Unterschriften bei 450.“

Nicht hinter Gutachten vestecken

Die Piraten hoffen, dass sich die Zahl am Samstag noch deutlich erhöht. Bei der Unterschriftaktion auf dem Marktplatz geht es zunächst darum, ob die Olper Bürger oder der Rat der Stadt über zusätzliche Schulden für einen Rathausneubau entscheiden.

Sascha Sievert: „Die Piraten des Kreises Olpe bitten die politischen Kräfte, die einen Rathausneubau betreiben, dies dem Bürger gegenüber ehrlich als politischen Willen darzustellen und sich nicht hinter einem Wünsch-dir–was-Gutachten“ zu verstecken.“

Wenn man dagegen dem Bürger mitteile, dass „der Konzern Stadt Olpe ca. 40 Millionen Euro Schulden“ habe und für ein neues Rathaus rund „15 bis 20 Millionen Euro zusätzliche Schulden ohne einen Mehrwert für die Bürger“ gemacht werden, dann wäre eine Zustimmung der Bürger eine „starke Legitimation des politischen Willens und ehrliche Politik“, so die Piraten.

Einen neuen Alternativvorschlag haben die Gegner des Rathaus-Neubaus ebenfalls auf Lager:

„Die Rathausverwaltung zieht in die Gebäude der Kreisverwaltung ein. Die Kreisverwaltung sucht sich im Kreis Olpe ein leerstehendes Bürogebäude, unter Umständen auch außerhalb von Olpe.“

Eine solche Lösung hätte nach Auffassung der Piraten den Vorteil, dass „die Stadt Olpe in ein solides Gebäude einzieht und nicht nach 30 Jahren wieder einen Neubau benötigt und die Kosten sollten außer Umzugskosten überschaubar bleiben, da das Gebäude bisher auch als Verwaltungsgebäude genutzt wurde“.

Die Lage sei zentral und Parkplätze seien auch ausreichend vorhanden.

Platz genug fürs Stadtmuseum

Damit, so die Piraten weiter, wäre auch, wie beim Neubau geplant, die Errichtung einer 1,5 Millionen Euro teuren Tiefgarage nicht mehr notwendig.

Angesichts der Größe des Gebäudes bliebe auch noch genug Platz für ein Olper Museum, das „dann ein schöneres Ambiente vorfände als im Olper Bahnhof“. Und: Die Kosten für den Umzug der Kreisverwaltung „in ein bestehendes Bürogebäude“ würden alle Gemeinden des Kreises tragen.

Wer mit seiner Unterschrift das Bürgerbegehren gegen einen Rathausneubau unterstützen will, hat mehrere Möglichkeiten. Er kann sich vom Blog der Olper Piraten (https://blog.piratenpartei-nrw.de/olpe/2014/06/28/dokumente/) das Bürgerbegehren ausdrucken, unterschreiben und an die Unterzeichner weiterleiten oder im Rathaus abgeben.

Außerdem können die Vertrauenspersonen des Begehrens direkt oder die Kontaktpersonen der Piraten und des SPD-Ortsvereins Olpe, der das Begehren unterstützt, angesprochen werden.