Pferdebesitzer fürchten giftiges Jakobskreuzkraut

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Was wir bereits wissen
Die Planze steht in diesen Tagen fast überall in voller Blüte. Fressen Pferde davon, führt das zu Leberschäden, an denen die Tiere verenden können. Anne Bettig aus Attendorn schlägt Alarm.

Attendorn.. Sie reckt ihre gelben, stark verzweigten und buschigen Blüten jetzt im Sommer dem Licht entgegen, ihre Blüten sehen aus wie kleine von Kinderhand gemalte Sonnen und als „Cushag“ ist sie sogar die Nationalblume der Isle of Man. Vor allem aber ist sie aber eins: giftig.

Die Rede ist vom Jakobskreuzkraut oder Jakobs-Greiskraut, das in diesen Tagen fast überall in voller Blüte steht und insbesondere Pferdebesitzern ein Dorn im Auge ist, denn fressen Pferde die Pflanze führt das zu Leberschäden, an denen die Tiere verenden können.

Ungehemmte Vermehrung

Anne Bettig, Lehrerin aus Attendorn, weiß das aus eigener, leidvoller Erfahrung: „Junge, weideunerfahrene Tiere fressen das Jakobskreuzkraut, obwohl die Pflanze Bitterstoffe enthält.“ 40 bis 80 Gramm der Pflanze pro Kilo Körpergewicht sollen ausreichen, um ein Pferd zu töten.

Konsequent sucht sie Weiden, auf denen ihre Pferde stehen, ab und sticht die Pflanze aus, stößt dabei aber an Grenzen, wenn sich an anderer Stelle die Bestände wie jetzt im Sommer ungehemmt vermehren können. Das Jakobskreuzkraut verteilt seinen Samen durch den Wind, das heißt, wenn man nichts tut, werden aus einer Pflanze in wenigen Jahren große Bestände. An die Öffentlichkeit wendet sich Anne Bettig, weil sie davon überzeugt ist, dass viele Menschen gar nicht wissen, wie gefährlich das Jakobskreuzkraut ist: „Wenn ich die Pflanze bekämpfe, trage ich Handschuhe, weil die leberschädigenden Alkaloide auch über die Haut aufgenommen werden können.“

Gut für die Pflanze ist auch das geänderte Mähverhalten. Pferdewiesen werden mit Blick auf die Anforderungen an das Futter später gemäht, Zeit für das Jakobs-Kreuzkraut sich bis zur vollen Blüte zu entwickeln und die Samen in die Umgebung zu entlassen.

Bei ihrer Suche nach Verbündeten im Kampf gegen die Pflanze war Anne Bettig auch bei der Stadt, stieß dort aber nur auf ein verhaltenes Echo. Der Umweltbeauftragte Martin Plückebaum kennt die Problematik, sieht sie aber differenziert. „Wir bekämpfen die Pflanze nicht, die einzige Pflanze, die wir bekämpft haben, ist der Riesenbärenklau.“ Wolle man das Jakobskreuzkraut ernsthaft zurückdrängen, gäbe es nur eine chemische Lösung („Das wollen wir nicht und dafür gäbe es auch nie eine Genehmigung“) oder deutlich früheres Mähen bevor die Pflanze in voller Blüte stehe. Das aber hätte zur Konsequenz, dass auch alle anderen Pflanzen ebenso gemäht würden, „und das würde mit Sicherheit die Imker auf den Plan rufen.“

Trotzdem wünscht sich Anne Bettig, dass in der Bevölkerung ein größeres Bewusstsein für die Gefährlichkeit der Pflanze entsteht und mehr Menschen dabei mithelfen, ihre Verbreitung einzudämmen.