Pastoralverbundsrat arbeitet nun ohne Zwei

Kirchhundem..  Der Pastorale Prozess in der Gemeinde Kirchhundem geht weiter. Allerdings hat der Pastoralverbundsrat als Motor des Prozesses zwei prominente Mitglieder verloren: Ansgar Kaufmann aus Welschen Ennest, immerhin auch Vorsitzender des Diözesankomitees der Katholiken im Erzbistum Paderborn und Christoph Becker aus Benolpe, im Hauptberuf Geschäftsführer des Caritasverbandes für den Kreis Olpe.

Information im Pfarrbrief

Beide sind dafür bekannt, dass sie sich leidenschaftlich für eine Erneuerung der Kirche engagieren. Sie sind bereits vor einigen Wochen von ihrer Mitgliedschaft im Pastoralverbundsrats und aus der Steuerungsgruppe des Pastoralen Prozesses zurück getreten. Während Becker weiterhin Mitglied der Themengruppe „Sehen und Handeln“, die sich u.a. mit dem caritativen Auftrag der Kirche befasst, bleibt, hat Kaufmann auch sein Mandat in der Themengruppe „Kirche trifft Welt“ niedergelegt. Pfarrer Georg Wagener hatte darüber im Pfarrbrief informiert, die Gründe bzw. eine Erklärung über die Motive der Rücktritte fehlt bis heute. Wagener: „Sie haben für sich diese persönliche Entscheidung getroffen, mehr möchte ich dazu nicht sagen.“ Und auch die Betroffenen halten sich eher bedeckt. Christoph Becker: „Ich habe die Gremien entsprechend informiert und möchte dazu keine Stellung mehr nehmen.“

Der Schriftverkehr zu den Rücktritten lässt zumindest erahnen, worum es in der Sache geht. Im Pastoralverbundsrat hatte es zuletzt immer öfter geknirscht, weil Kaufmann und Becker unterschiedlicher Auffassung sind als Pfarrer Wagener, der Leiter des Pastoralen Raums. So gibt Ansgar Kaufmann in seinem Rücktrittschreiben an die Mitglieder des Pastoralverbundsrat ein „deutlich unterschiedliches Verständnis zur Art und Weise der Leitung und zur Mitarbeit von Laien“ zwischen ihm und Pfarrer Wagener an.

Gespräch abgelehnt

Und auch Christoph Becker vermisst „eine gemeinsame Grundlage zur Steuerung des pastoralen Prozesses“. Wagener wird nachgesagt, dass er neue Ideen anderer, denen er nicht nahesteht, bewusst ignorieren soll. Unterschiedliche Auffassungen gibt es auch über die Gottesdienstplanung in den zwölf Gemeinden des pastoralen Raums.

Becker und Kaufmann hatten ein Gespräch mit zwei externen Beratern über die Konfliktpunkte angeregt. Auf diese Offerte reagierte Pfarrer Wagener trotz Nachfragen erst gar nicht. Becker: „Es hat ein Gesprächsangebot gegeben, aber leider ist es nicht dazu gekommen.“

Andere Mitglieder des Pastoralverbundsrats sehen die Querelen nun mit einigen Wochen Abstand eher gelassen. Tatjana Vente, Geschäftsführung der Steuerungsgruppe, sieht die Probleme eher im zwischenmenschlichen Bereich: „Wenn es nicht passt, dann passt es nicht. Dann muss man die Konsequenzen ziehen, das ist in jedem Unternehmen so“. Es könne nicht jeder seinen eigenen Weg gehen und Pfarrer Wagener sei nun mal der Verantwortliche. Wichtig sei, dass die zwölf Gemeinden an einem Strick ziehen.

Priesterjubiläum

Ähnlich formulierte es auch Mechthild Kaiser, Vorsitzende des Pfarrgemeinderates Kirchhundem, in ihrer der Ansprache zum 30-jährigen Priesterjubiläum Wageners an Pfingsten. Dort sprach sie zum Pfarrer: „Du respektierst und akzeptierst andere Meinungen und Entscheidungen, aber widersprichst dort, wo es aus Glaube, Wahrheit oder Vernunft notwendig ist. In letzter Konsequenz trägst du die Verantwortung.“