Pastoraler Raum Lennestadt verliert den sechsten Priester

Polizeiseelsorger Wilfried Loik (rechts, mit Polizeidirektor Jungermann) verlässt den Kreis Olpe.
Polizeiseelsorger Wilfried Loik (rechts, mit Polizeidirektor Jungermann) verlässt den Kreis Olpe.
Foto: WR

Lennestadt.. Der Pastorale Raum Lennestadt muss seine Aufgabenplanung neu überdenken. Schon Mitte Mai wird Pastor Wilfried Loik Lennestadt und damit auch das Veischedetal, wo er wohnt und vorwiegend eingesetzt ist, verlassen und in den Pastoralen Raum Marsberg umziehen. „Das kommt für uns sehr überraschend“, so Pfarrer Christoph Gundermann, Leiter des Pastoralen Raums Lennestadt. In der kommenden Woche werden sich das Pastoralteam und die Vertreter der Gemeinden zusammensetzen und zunächst die Gottesdienstordnung überarbeiten. Denn - das ist schon klar - einen Nachfolger für Pastor Loik, der am 3. September 2005 seinen Dienst im früheren Pastoralverbund Veischedetal antrat, wird es nicht geben. Gundermann: „Im Vergleich zu anderen sind wir personell sehr gut besetzt.“ Mit Pfarrer Christoph Gundermann, Pastor Dieter Koke, Pastor Ludger Wollweber, Pastor Heinrich Schmidt und Pater Jobi verfügen die 12 Pfarrgemeinden in Lennestadt ohne Loik über fünf Geistliche, hinzu kommen drei Gemeindereferentinnen und eine -assistentin. Zudem übernehmen die Patres des Klosters Maria Königin seelsorgerische Aufgaben in den Gemeinden. Mit der Schließung des Klosters und dem Wegzug der Patres von Heiligen Familie aus Altenhundem im Oktober dieses Jahres fällt diese Unterstützung allerdings weg.

Und ob es in den nächsten Jahren bei den fünf Geistlichen bleiben wird, ist ebenfalls ungewiss. „Das wird sich in den nächsten Jahren noch weiter reduzieren“, vermutet Pfarrer Gundermann. Eigentlich sollte der Personalbestand nicht verändert werden, bis die Errichtung des Pastoralen Raumes abgeschlossen ist. Doch der Priestermangel in Marsberg kippte diese Vorgabe.

Die Personalnot führt dazu, dass die Laien in den katholischen Gemeinden mehr in die Pflicht genommen werden und die Gemeinden ihr traditionelles „Kirchturmdenken“ und den Wunsch nach dem „eigenen Pastor“ endgültig aufgeben müssen. Pastor Wilfried Loik war seit 2008 auch als Polizei- und Feuerwehrseelsorger tätig. Diese Nachfolge ist wohl auch noch nicht geklärt.