Paket-Odyssee von Olpe ins Engadin - Acht Tage für Schnellzustellung

Der Fall in Olpe zeigt es: Nicht alle DHL-Pakete erreichen offenbar immer und rechtzeitig den Adressaten.
Der Fall in Olpe zeigt es: Nicht alle DHL-Pakete erreichen offenbar immer und rechtzeitig den Adressaten.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Auch Hans Broweleit aus Olpe kann eine unglaubliche ,Post-Geschichte’ erzählen. Er ist wegen eines zu spät gelieferten Pakets gegen den Logistik-Riesen vor Gericht gezogen und hat einen Vergleich erstritten.

Olpe.. Zahlreiche Anrufe, Mails und Internet-Kommentare waren die Reaktion nach unserem Leseraufruf, Erfahrungen mit der Post zu schildern. Einer, der ebenfalls eine solche Geschichte zu erzählen hat, ist Hans Broweleit. Er ist wegen eines zu spät gelieferten Pakets gegen den Logistik-Riesen vor Gericht gezogen und hat einen Vergleich erstritten.

Broweleits Post-Geschichte beginnt mit dem Ski-Urlaub seiner Tochter im Engadin (Schweiz): „Sie hatte ihren Rücken-Protector, eine Sicherheitsweste, zu Hause vergessen und bat mich, sie nachzuschicken.“

Gleichzeitig hatte sie Bekannten aus einer Bierlaune heraus versprochen, einige Flaschen Kölsch auszugeben, also packte Broweleit ein Dutzend Flaschen in einen Skischuh-Karton, gut abgeschirmt mit Papier und dem Rückenprotector. Und: „Ich hatte groß draufgeschrieben: Vorsicht Glas und habe es dann bei der Post ,In der Trift’ aufgegeben.“

Damit die Tochter im Urlaub nicht allzulange auf die Sicherheitsweste verzichten musste, zahlte er einen Express-Aufschlag von immerhin 45 Euro und erhielt von den Post-Mitarbeitern In der Trift zwei Zusagen: Erstens sei das Paket in spätestens drei Tagen im Engadin und zweitens sei es versichert.

Beide Versprechen, so resümiert Broweleit heute, seien nicht eingehalten worden. „Meine Tochter rief drei Tage später an und fragte, wo das Paket bleibe.“ Broweleit geht wieder zur Post, stellt einen Nachforschungsantrag, recherchiert im Internet, telefoniert sich die Finger wund.

Um schließlich herauszufinden, dass das Paket schon einen Tag nach Aufgabe in Olpe in der Schweiz war, aber: „Zwei Flaschen waren zerbrochen, und die DHL in der Schweiz schaffte es nicht, den Inhalt umzupacken und weiter zu schicken.“ Und versichert sei die Paketsendung auch nicht gewesen. Die Versicherung gelte nur für die EU-Länder, und Schweiz liege zwar in Europa, gehöre aber nun mal nicht zur Europäischen Gemeinschaft.

Engagierter DHL-Mitarbeiter

Nach einigem Hin-und-Her habe er dann einen engagierten DHL-Mitarbeiter in der Schweiz gefunden, der sich bemüht habe. Das Ende der Geschichte: „Einen Tag, bevor meine Tochter von ihrem 10-tägigen Urlaub wieder zurückkehren musste, erreichte sie das Paket schließlich.“ Da Broweleit sich aus Prinzip solche Vorfälle nicht gefallen lässt, vor allem, wenn es gegen sogenannte Große geht, machte er der Post sofort klar, dass er seine Kosten erstattet haben wolle.

Nachgefragt Die Post winkte ab, und Broweleit fackelte nicht lange: Er beauftragte die Olper Anwalts-Kanzlei Reither, Hofmeister & Partner und forderte Schadensersatz. Im Olper Amtsgericht kam es auch zur Verhandlung, und per Vergleich erhielt Broweleit zumindest 70 Euro überwiesen. Nicht nur deshalb rät der Olper auch anderen Betroffenen bei ähnlichen Problemen mit der Post: „Nicht lange überlegen, sofort klagen.“