Ostentroper „Scala“ soll Dorfgemeinschaftshaus werden

In Ostentrop werden momentan Pläne erarbeitet, wie man den Saal des Gasthofs Melcher als ein multifunktionales Dorfgemeinschaftshaus nutzen kann.
In Ostentrop werden momentan Pläne erarbeitet, wie man den Saal des Gasthofs Melcher als ein multifunktionales Dorfgemeinschaftshaus nutzen kann.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Eine Bürger-Genossenschaft soll den traditionsreichen Saal des Gasthofs Melcher kaufen, umbauen und betreiben.

Ostentrop..  Das ist ein Vorhaben wie gemacht als Startprojekt für das europäische Förderprogramm Leader, für das sich die Gemeinde Finnentrop als Teil der Region LenneSchiene bewirbt: In Ostentrop werden ernsthafte Überlegungen angestellt, wie man den Saal des Gasthofs Melcher übernehmen und als multifunktionales Dorfgemeinschaftshaus betreiben kann.

Alfons Rohrmann vom Theaterverein stellte die Pläne als eines von fünf Mitgliedern einer Planungsgruppe bei der Abschlussveranstaltung der Leader-Bewerbung in eben diesem Saal vor. Nachdem die Familie Melcher ihre Absicht geäußert hatte, ihre Gaststätte mit dem dazugehörigen Saal aus dem Jahr 1954 aufgeben zu wollen, begann man im September vorigen Jahres damit, sich ernsthaft Gedanken über die Zukunft des Saals, der, so Alfons Rohrmann, „einfach zum Dorf gehört und bei Jung und Alt Kult ist“, zu machen.

Es wurde eine Projektgruppe gegründet, die überlegte, in welcher Trägerschaft man den Saal übernehmen, von der Gastwirtschaft trennen, modernisieren, betreiben und so den zahlreichen Vereinen und allen Dorfbewohnern zur Nutzung zur Verfügung stellen kann.

500 000 Euro Finanzvolumen

Dabei wurden verschiedenste Varianten durchgespielt, die in die Überlegung mündeten, eine Genossenschaft zu gründen. Die soll - im optimalen Fall - den Saal mit dem umgebenden, rund 1 400 Quadratmeter großen Grundstück erwerben, baulich und technisch modernisieren, einen Anbau für neue Toiletten und eine eigene Heizung errichten und den Saal auch betreiben. Alle, die den Saal nutzen, müssten dann einen Obolus entrichten und der Erlös aus der Bewirtung diente ebenfalls zur Kostendeckung. Parallel dazu würde ein Förderverein gegründet

Um den Saal effektiver nutzen zu können, soll eine mobile Trennwand eingebaut werden. Überschlägig ermittelte Kosten für dieses ambitionierte Vorhaben: Rund 500 000 Euro.

Eine Summe, darin sind sich die Mitglieder der Projektgruppe, die derzeit in den Vereinen informieren einig, die von der Dorfgemeinschaft nicht aufgebracht werden kann. Mit einer Förderung aus dem Leader-Programm sähe die Sache schon ganz anders aus. Oder man müsste Abstriche am Konzept machen, um Kosten zu reduzieren.

Der momentane Zeitplan sieht eine entscheidende Versammlung im Frühjahr vor. „Dann muss die Dorfgemeinschaft sagen, was sie will“, macht Martin Hageböck, Mitglied der Projektgruppe, deutlich. Bereits im Mai könnten die Träger-Organe gegründet werden, Anfang kommenden Jahres wäre bereits ein Baubeginn möglich.