Organisiert wie ein Ameisenhaufen

Dass Kinder potenzielle Künstler sind, bewiesen jetzt 25 Grundschüler der Klasse 3b der Verbundgrundschule Lennetal Standort Finnentrop.
Dass Kinder potenzielle Künstler sind, bewiesen jetzt 25 Grundschüler der Klasse 3b der Verbundgrundschule Lennetal Standort Finnentrop.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Dass Kinder potenzielle Künstler sind, bewiesen jetzt 25 Grundschüler der Klasse 3b der Verbundgrundschule Lennetal Standort Finnentrop

Finnentrop..  Dass Kinder potenzielle Künstler sind, bewiesen jetzt 25 Grundschüler der Klasse 3b der Verbundgrundschule Lennetal Standort Finnentrop. In enger Zusammenarbeit mit Klassenlehrerin Sylvia Reperich führte Michael Hunold, pädagogischer Leiter des Kinder-, Jugend- & Kulturhauses der St. Nepomuk Gemeinde und zur Zeit in einer berufsbegleitenden Weiterbildung zum Theaterpädagogen BuT an der Akademie OFF Theater NRW Neuss, über ein Schuljahr eine Theaterwerkstatt zu den Themen Mobbing, Gewalt und Ausgrenzung in der Finnentroper Grundschule durch.

Wer spielt die Uhr

Im Sprachunterricht wurde das Stück „Der überaus starke Willibald“ gelesen und Inhalte mit speziellen Aufgaben vertieft und reflektiert. In Form von Standbildern erarbeiteten die Kinder die Szenen für den Ablauf eines Theaterstücks selbst. Sie malten Bilder zum Thema und entwarfen auch das Bühnenbild und die Kostüme. So hat einer der Schüler einen kompletten Bühnenplan mit Haus, „Mäusehimmel“, der Bibliothek sowie dem Garten mit Tor und Katze gezeichnet. Auch die Idee, die in dem Stück vorkommende Uhr von einem Kind spielen zu lassen wurde hier geboren.

Gemalter Mäusehimmel

Im Kunstunterricht wurden die „Mäuseschwänze“ für die Kostüme genäht und die Würste und Schinken für den Mäusehimmel gemalt, im Sachunterricht die Themen Mobbing und Ausgrenzung behandelt. Die Texte für das Theaterstück wurden in Form von Improvisationen von den Schülern erarbeitet, die sich auch ihre Rollen selbst aussuchen konnten.

Während der Proben gab es theaterpädagoische Spiele, die die Wahrnehmung der Teilnehmer schulten. In kleinen Rollenspielen näherte man sich dem Thema Körpersprache an. Nach den Methoden von Augusto Boal wurden Standbilder zum Thema Gewalt und Ausgrenzung gestellt und mit den Kindern reflektiert. Ebenso spielte das Thema Gefühle eine große Rolle. Woran erkenne ich die Gefühle des anderen? Schnell wurde klar: Gefühle sind individuell und manchmal auch sehr klein in ihrer Geste.

Zu Themen: Wie versetzt sich ein Schauspieler in einen Gefühlszustand? oder: Wie schult man das Zusammenspiel? wurden spezielle Methoden eingesetzt. Über das Experimentieren mit Requisiten entwickelten die Teilnehmer ihre Rolle. Welches Requisit spricht mich spontan an, was kann ich damit machen und wie kann ich es verwandeln?

In der Rolle des Regisseurs

Die Kinder bekamen auch immer wieder die Möglichkeit, in die Rolle des Regisseurs zu schlüpfen und sich beim aktiven Zuschauen von der Wirkung der Methoden zu überzeugen. Zu guter Letzt bekamen die Finnentroper Grundschülerkünstlerisch-ästhetische Mittel des Theaters beigebracht, die dann gleich ins Stück eingebaut wurden.

Auch Probleme, wie der krankheitsbedingte Ausfall beider Hauptdarsteller kurz vor der Premiere werden gemeistert. Am Morgen des Auftritts geht es gut organisiert zu wie in einem Ameisenhaufen. In einer Ecke schminken sich die Kinder gegenseitig, eine Gruppe bringt die Requisiten und die Musikanlage zur Bühne, andere helfen sich beim Anziehen der Kostüme. Kein lautes Wort oder Hektik, allseits zielgerichtetes emsiges Treiben.

Dann die beiden Auftritte, der Energielevel steigt und die Spieler sind konzentrierter bei der Sache als bei allen Proben zuvor. Der wärmende Applaus der zuschauenden Mitschüler ist der verdiente Lohn. Ein tolles Highlight am vorletzten Schultag vor den Sommerferien.