Olper Integrationsrat sieht sich vor wichtiger Aufgabe

Olpe..  Die Entscheidung über die Nutzung der Kolping-Familienferienstätte „Regenbogenland“ als Zentrale Unterbringungseinrichtung (ZUE) für Flüchtlinge wird auf Antrag aller Fraktionen von der Tagesordnung der Ratssitzung am 11. Februar abgesetzt. Das teilte gestern CDU-Fraktionschef Peter Weber mit. Es sollen zunächst die Gespräche des von der Verwaltung initiierten Runden Tisches abgewartet werden.

Finanzielle Auswirkungen

Außerdem soll die Möglichkeit einer möglichst dezentralen, dauerhaften Unterbringung von Flüchtlingen und Asylbewerbern in kommunaler Verantwortung näher betrachtet werden. Dabei soll aufgezeigt werden, wie und wo eine dezentrale Unterbringung möglich wäre (städtische Gebäude, Grundstücke für Wohncontainer, leerstehende Wohnräume, Nutzung des Regenbogenlandes im Rahmen einer dezentralen Unterbringung). Geklärt werden soll auch, wie eine Betreuung der Flüchtlinge und Asylbewerber sichergestellt werden kann, (welches Personal steht aktuell zur Verfügung; wieviel hauptamtliches Personal müsste eingestellt werden; welche Aufgaben können von ehrenamtlichen Helfern übernommen werden, in welchem Umfang erscheint ehrenamtliche Hilfe realistisch). Schließlich gehe es auch um die finanziellen Auswirkungen durch eine dezentrale kommunale Unterbringung in den nächsten Jahren im Gegensatz zur Errichtung einer ZUE.

Man brauche eben - auch angesichts der geplanten Einrichtung eines Runden Tisches ausreichend Zeit für eine vernünftige Lösung, machte gestern Abend im Integrationsrat Lothar Epe (CDU) deutlich. Er wies auch darauf hin, dass gerade dem Integrationsrat in dieser Frage eine besondere Bedeutung zukomme. Dem stimmte Ausschuss-Vorsitzender Cevdet Aydin zu: „Wir müssen als Integrationsrat auch Stellung beziehen“, sagte er und vermutete: „Jetzt kommen wichtige Aufgaben auf uns zu.“

Beigeordneter Thomas Bär hatte zu Beginn deutlich gemacht, er sei der Meinung, dass man im Regenbogenland sehr wohl 400 Personen menschenwürdig unterbringen könne. Mit der Einrichtung der ZUE, so Bär auf Nachfrage von Recep Fatih Özge, werde die Stadt Olpe keine weiteren Flüchtlinge zugewiesen bekommen.

Warum erst jetzt?

In der Sitzung ging es auch um eine Vorstellung der Notunterkunft in Burbach. Christoph Brotesser und Hubert Multhaupt machten deutlich, dass man die Zeit in einer ZUE nutzen könne, um den Menschen klar zu machen, dass sie willkommen seien. Das gehe zum einen über die (hauptamtliche) Betreuung, aber auch über ehrenamtlichen Einsatz, der allerdings in einer solchen zentralen Einrichtung eher vom „organisierten Ehrenamt“ (Vereine und Verbände) geleistet werde.

Dezentrale Einrichtungen in Olpe hatte sich Andreas Stenzel (FDP) angesehen und war in den Häusern im Lütringhauser- und Stachelauer Weg auf Schwarzschimmel getroffen. Angesichts dieses Erlebnisses frage er sich, so Stenzel, warum erst jetzt so intensiv über Integration geredet werde.