Olper Freibad bleibt 2016 geschlossen

Das Olper Freibad bleibt in diesem Jahr geschlossen. Grund: die Baumaßnahme "Neues Lehrschwimmbecken". Kostenpunkt: 4,4 Mio. Euro.
Das Olper Freibad bleibt in diesem Jahr geschlossen. Grund: die Baumaßnahme "Neues Lehrschwimmbecken". Kostenpunkt: 4,4 Mio. Euro.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Der Bau des neuen Lehrschwimmbeckens bringt eine unpopuläre Maßnahme mit sich.

Olpe..  Freud und Leid liegen bekanntlich nah beieinander - so auch für alle Wasserratten in und rund um Olpe: Zunächst gab es Grund zur Freude, als die Verantwortlichen der Stadt und der Bäderbetriebe zum Ersten Spatenstich für das neue Lehrschwimmbecken ansetzten, dann der herbe Wermutstropfen: Das Freibad bleibt 2016 dicht.

Neben Bürgermeister Peter Weber nahmen Nicole Hütte (Vorsitzende Aufsichtsrat Bäderbetriebe) die Schaufel ebenso in die Hand wie Geschäftsführer Ingo Ehrhardt und Betriebsleiter Klaus Spille: Durchweg strahlende Mienen zum Baubeginn des rund 4,4 Mio. teuren Neubaus, der 2017 eröffnet werden soll.

Ehrhardt bestätigte auf Anfrage die Hiobsbotschaft: „Ja, das ist richtig. Der Hallenbad- und Saunabetrieb laufen uneingeschränkt weiter, aber das Freibad wird nicht geöffnet.“

Leitungen werden gekappt

Ursache für den gravierenden Schritt: „Bautechnische, aber vor allem versicherungstechnische Gründe. Die Wasser- und Stromleitungen vom Hauptgebäude zu den Freibadbecken und zum Schwimmmeistergebäude müssen gekappt werden, da sie durchs Baufeld führen.“ Darüber hinaus wolle man kein Risiko bezüglich der Sicherheit der Badegäste eingehen. Bauarbeiten in dieser Größenordnung brächten solche Risiken aber mit sich. Ehrhardt: „Ein Teil der Liegewiese würde ohnehin wegfallen, und wir müssten alles mögliche absperren.“

Das einstöckige Gebäude (mit „Kriechkeller“ für die Leitungen), in dem das neue Lehrschwimmbecken Platz finden soll, wird vom Ingenieurbüro Geising+Böker (Hamburg/Vechta) geplant, das bereits 2004/2005 den Umbau des Freizeitbades plante und leitete.

10 x 16,66 m großes Becken

Jetzt ist ein Gebäude konzipiert, das Platz bietet für ein 10 x 16,66 m großes Lehrschwimmbecken. Vor allem das Schul- und Vereinsschwimmen soll zum Zug kommen, aber auch neue Impulse für Freizeitkurse (Aqua-Training) sind willkommen. Zudem versprechen sich die Bäderbetriebe von der Investition eine spürbare Entlastung der beiden Becken in der jetzigen Haupt-Schwimmhalle.

Der kalkulierte Kostenrahmen liegt bei rund 4,4 Mio. Euro. Darin sind die Bau-, aber auch alle Nebenkosten erhalten.

Eher überschaubar ist demgegenüber der Einnahmeausfall zwischen 25 000 und 40 000 Euro. den die einjährige Pause des Freibades mit sich bringt. Ehrhardt: „Das kann man natürlich im voraus nicht genau beziffern, weil die Besucherzahl vom Wetter abhängt. 2014 hatten wir 6 637 Gäste, 2015 waren es 12 348.“

Parksituation bleibt vorerst

Die seit Jahren diskutierte Regelung für den Freizeitbad-Parkplatz wird jedenfalls durch die Baumaßnahme erst einmal verschoben, bestätigt Ehrhardt: „Da werden wir mit Blick auf die Bauphase erst einmal nichts machen.“

Mit der Fertigstellung des neuen Gebäudes, das vom Haupteingang gesehen hinter dem Freizeitbad entsteht, rechnen die Bäderbetriebe im Frühjahr 2017. Ehrhardt: „Die Freibadsaison 2017 soll dann wieder ganz normal ablaufen.“

Kampfmittelräumdienst kommt

Eine Einschränkung, was den Bauablauf angeht, gebe es allerdings noch, fügt Ehrhardt abschließend hinzu: „Wir müssen den Kampfmittel-Räumdienst einschalten.“

Luftbildaufnahmen aus dem 2. Weltkrieg ließen die Vermutung zu, dass auf die bahnhofsnahe Fläche Bomben abgeworfen worden seien. Um liegen gebliebene „Blindgänger“ auszuschließen, müsse der Räumdienst sondieren und möglicherweise Erdbohrungen vornehmen.