Olper Flüchtlinge wollen Deutsch lernen

Ein ehrenamtliches Sprachkurs-Team, hier auf dem Rathausvorplatz zusammen mit Bürgermeister Horst Müller, bemüht sich im "Regenbogenland" um den Abbau von Kommunikationsproblemen.
Ein ehrenamtliches Sprachkurs-Team, hier auf dem Rathausvorplatz zusammen mit Bürgermeister Horst Müller, bemüht sich im "Regenbogenland" um den Abbau von Kommunikationsproblemen.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Acht Frauen geben im „Regenbogenland“ derzeit zwei Stunden Unterricht pro Tag. Für ihre Arbeit benötigen sie unter anderem dringend einen Kopierer. Auch weitere Freiwillige sind immer willkommen.

Olpe..  Das „Regenbogenland“ füllt sich: 342 Flüchtlinge bevölkern derzeit die so genannte Zentrale Unterbringungseinrichtung auf dem Olper Kreuzberg. Menschen aus gut 15 Nationen, die sich nicht nur in einem fremden Land befinden, sondern auch einer fremden Sprache begegnen. Das macht hilflos, doch zum Glück gibt es in der Kreisstadt eine Gruppe Freiwilliger, die den Asylsuchenden unter die Arme greift: Acht Frauen aus Olpe bringen den Flüchtlingen die Grundbegriffe der deutschen Sprache bei.

Wer jetzt glaubt, die „Regenbogenland“-Bewohner kämen mehr oder minder unwillig zum Deutsch-Unterricht, der irrt gewaltig. Der Wunsch, Deutsch zu lernen, kam nämlich von ihnen selbst. „Anfang März haben wir das Projekt auf die Beine gestellt“, berichtet Zaklina Primavesi. „Heute gibt es keinen Kurs, bei dem weniger als 50 Menschen dabei sind.“ Zu Beginn erteilten die Frauen eine Stunde täglich Unterricht, jetzt sind es bereits zwei. Es gibt Kurse für Erwachsene, für Kinder und für fortgeschrittene Erwachsene. Zaklina Primavesi, Karin Schindel, Eva Hütte, Tabea Lamtowitz, Uta Schwade, Isabella Zeppenfeld, Margarethe Kubiak und Claudia Thun-Viegener können sich über mangelnde Auslastung nicht beklagen. Lehrerin Margarethe Kubiak von der Franziskusschule bringt bereits Verstärkung mit: die 14-jährige Schülerin Nehle Schnitzler.

Über 300 Menschen die deutschen Sprache näher bringen: Das ist ein schwieriges Unterfangen, auch „wegen der Voraussetzungen, die die Flüchtlinge mitbringen“, betont Zaklina Primavesi. „Die Syrer zum Beispiel sprechen gut Englisch, die Menschen aus dem Kosovo aber kaum.“ Eine große Hilfe ist da Jalal Jamal: Der 26-Jährige, der selbst in der Einrichtung wohnt, übersetzt vom Englischen ins Arabische und umgekehrt.

Was der Freiwilligen-Gruppe jetzt noch dringend fehlt, sind Lehrbücher, Papier, Schnellhefter, Kugelschreiber, eine Leinwand für den alten Overhead-Projektor und vor allem ein Kopierer.

Dringend benötigt werden auch weitere Freiwillige. Für die Deutsch-Kurse, aber auch für die Kinderbetreuung. Wer helfen kann, ruft am besten im Rathaus bei Sigrid Mynar, Tel. (02761) 83-1203, an.

Das Engagement der Freiwilligen im „Regenbogenland“ beeindruckt derweil auch Bürgermeister Horst Müller. Er lud die Deutschkurs-Gruppe zu einem Gespräch ins Rathaus ein. Die Flüchtlingsunterkunft auf dem Kreuzberg, so Müller, „verträgt und fordert ehrenamtliches Engagement.“