Olpe kampflos übergeben

1928 6. April: In Olpe wird Weihbischof Dr. Paul Werner Scheele geboren.


1945 6. April: Amerikanische Truppen hatten bereits nach schweren Häuserkämpfen das Siegerland überwunden, rücken vom Rhein-Weser-Turm herunter mit einer großen Einheit auf Oberhundem zu. Augenzeugen berichteten später, wie die Amerikaner aufrecht, das Gewehr umgehängt, ins tiefe Tal marschierten.

Deutsche Flakgeschütze von der Schwartmecke und von der Ennert trafen die ungeschützten Soldaten bei diesem Feuerüberfall. 450 amerikanische Soldaten verloren hierbei ihr Leben, viele wurden schwer verwundet, wie die amerikanischen Nachrichtenblätter landesweit später berichteten.

Daraufhin wurde Oberhundem mit schwerem Artilleriefeuer und Bomben getroffen. Die Einwohner flohen in die Wälder, suchten Schutz in den Kellern und Schutzhütten, 24 Bürger in Oberhundem verlieren ihr Leben, 20 brandverletzte Kinder werden geborgen. 44 Fachwerkhäuser zerstört, das Dorf glich einem Trümmerhaufen.

63 Familien verloren ihr gesamtes Hab und Gut, 80 Kinder, untergebracht in der Adolfsburg, überleben wie durch ein Wunder.


1945 8. April: Wenige Minuten vor dem Anrücken amerikanischer Panzer sprengt ein deutscher Pionier die Eisenbahnbrücke in Würdinghausen. Ein Großteil der Landbevölkerung im Kreise Olpe harrt in selbst gezimmerten Hütten und Stollen aus. Feldmarschall Model hat sein Hauptquartier von Neuenkleusheim nach Rhode verlegt.

1945 9. April: In Würdinghausen, Kirchhundem mussten alle Bewohner in die Kirche, in Altenhundem das gleiche Bild wie woanders: Amerikanische Infanterie durchstöbert die Häuser, plündert sie oftmals aus. Die einsam gelegenen Bauernhöfe haben dabei besonders zu leiden, wie Grabkreuze mancherorts noch heute hieran erinnern.

Chronist Josef Hesse (Drolshagen) erinnert in seinem Buch „Geschichte des Kirchspiels und Klosters Dolshagen“, nachdem amerikanische Infanteristen über den Schmierhagen und Rummelsberg in die Stadt Drolshagen eingedrungen waren: „35 amerikanische Soldaten sind beim Pastor eingedrungen, holen ihm den ganzen Messwein aus dem Keller und nehmen ihm die goldene Uhr ab, stören ihn aber nicht bei der Erfüllung seiner seelsorgischen Pflichten. Ähnlich geht es in den anderen Häusern zu. Wein und Schnaps, Schmuck, Uhren Musikinstrumente blieben immer wieder begehrt.”

1945 10. April: Von Altenkleusheim aus wird die Stadt Olpe kampflos von Bürgermeister Josef Wurm im Haus an der Kolpingstraße 52 übergeben. Stadtoberinspektor Habbel und Kreisoberinspektor August Zimmermann stellten sich in der Schützenstraße mit einem weißen Tuch den Amerikanern gegenüber, verhinderten so die Zerstörung der vielen Bürgerhäuser und das Menschenleben vieler. Die vorgedruckten Plakate mussten sie an die Wohnhäuser ankleben. Der 58jährige Dr. Heinrich Otto Spieß wurde zunächst provisorisch zum Bürgermeister eingesetzt, während im Kreise Olpe nächte- und tagelang der Krieg weiter tobte.