„Oft gilt das Recht des Stärkeren“

Vor Gericht vertreten wurde Hans Broweleit von Dominik Padberg, Rechtsanwalt der Olper Kanzlei Reither Hofmeister & Partner.

Frage: Herr Padberg, worauf hatte Hans Broweleit seinerzeit DHL verklagt?

Dominik Padberg: Unser Mandant nahm die DHL auf Zahlung von Schadensersatz beim Amtsgericht Olpe in Anspruch. Das Paket havarierte in der Schweiz. Es ging unter anderem um die Erstattung des Sachschadens bzgl. diverser Gegenstände (Glasbruch) sowie des Verzugsschadens. Das Paket wurde damals als Eilsendung aufgegeben und kam verspätet an. Der Rechtsstreit mit der DHL endete im Vergleich. Der Mandant bekam 70 €.

Was raten Sie Kunden der DHL grundsätzlich, um besser abgesichert zu sein?

Um die Ansprüche gegenüber der DHL ohne größere Risiken notfalls gerichtlich durchsetzen zu können, empfiehlt sich der Abschluss einer Rechtschutzversicherung. Die DHL wirbt flächendeckend mit der Versicherung ihrer Pakete im Umfang von 500 Euro. Hierauf sollte man sich berufen, auch wenn sich die DHL bei grenzüberschreitender Versendung auf den Weltpostvertrag zurückzieht, der in der Regel eine geringere Haftungsobergrenze vorsieht. In jedem Fall empfiehlt es sich, die zu versendenden Gegenstände zu fotografieren; nach Möglichkeit auch im verpackten Zustand, um sich gegen den Einwand nicht ausreichend sicherer Verpackung zu schützen. Belege und Quittungen sind aufzubewahren.

Bestehen hier Lücken im Gesetz?

Es handelt sich um klassisches Vertragsrecht. Der Anspruchsteller hat alle anspruchsbegründenden Umstände darzulegen und zu beweisen. Dazu gehört auch der Nachweis für die Höhe des Schadens. Bezüglich des Verschuldens muss sich der Transporteur nach Übergabe der Sendung an ihn entlasten. Um Lücken im Verbraucherschutzrecht handelt es sich im eigentlichen Sinne nicht. Allerdings gilt hier oft das Recht des wirtschaftlich Stärkeren.