Nur noch drei Eingangsklassen

Wenden..  Es war eine trügerische Ruhe. Am 25. Februar dieses Jahres beschloss der Rat die Einrichtung von vier Eigangsklassen im Grundschulverbund „Wendener Land“: zwei an der Stammschule in Wenden sowie jeweils eine an den Teilstandorten in Rothemühle und Ottfingen. Erst zwei Wochen ist es her, als im Wendener Rat nichts anderes verlautete. Nach dem von allen Seiten gelobten sachlichen Protest von 200 Ottfingern für den Erhalt ihrer Schule wurde der parteiübergreifende Antrag Ottfinger Kommunalpolitiker für den Ganztag in Ottfingen vertagt und eine Infoveranstaltung zum Thema „Fortbestand des Grundschulverbundes mit drei Standorten“ noch vor den Sommerferien beschlossen.

Nun kommt, nur 14 Tage später, auf einmal ein Dringlichkeitsbeschluss auf den Tisch, der im Arbeitskreis „Primar“ erarbeitet wurde. Inhalt: „In Abänderung des Ratsbeschlusses vom 25. Februar 2015 werden im Schuljahr 2015/2016 im Grundschulverbund „Wendener Land“ nur drei Eingangsklassen gebildet. Der Schulträger ­empfiehlt der Schulleitung, alle drei Eingangsklassen am Hauptstandort in Wenden einzurichten.“ Dies soll am heutigen Mittwoch in der Sondersitzung des Rates (Beginn 17 Uhr im Ratssaal Wenden) beschlossen werden.

„Hohes Risiko“

Seit Jahresbeginn hätten sich die Anmeldezahlen im Grundschulverbund von ehemals 82 auf 75 Anmeldungen reduziert, so die Verwaltung: 45 Kinder in Wenden, 16 in Rothemühle und 14 in Ottfingen. Damit liege die Anmeldezahl im Grundschulverbund „Wendener Land“ unter dem laut Schulgesetz vorgegebenen Richtwert von 82 Schülern für die Bildung von vier Eingangsklassen. Laut Verwaltung würde die Bildung von vier Eingangsklassen zu sehr geringen Klassenstärken führen. Es bestünde das „hohe Risiko“, dass eine solche Eingangsklasse nicht über vier Jahre bestehen bleibt.

Sitzung verlassen

Im Arbeitskreis „Primar“ habe Konsens bestanden, eine Empfehlung von drei Eingangsklassen am Hauptstandort Wenden an den Rat auszusprechen. Dies galt jedoch nicht für die beiden Arbeitskreis-Mitglieder Angelika Henne (CDU) und Robert Dornseifer (SPD), die für eine Eingangsklasse an allen drei Standorten plädiert und vor dem Beschluss die Sitzung verlassen hatten.

„Aus Sicht des Schulträgers sprechen unter anderem pädagogische und organisatorische Gründe für die Einrichtung der Eingangsklassen am Hauptstandort Wenden“ heißt es in der heutigen Vorlage der Verwaltung. Und weiter: „Im übrigen wird mit diesem Vorschlag nur eine Entscheidung für den Einschulungsjahrgang 2015/2016 getroffen. Damit ist keine Aussage über die weitere Zukunft der Grundschulstandorte vorweggenommen. An allen drei Standorten können später wieder Eingangsklassen gebildet werden.“