„Nur mal ausprobieren“ wird teuer

Ende eines Luftausfluges: DerQuadrocoptervon Eric Junge verfing sich in der benachbarten Hochspannungsleitung.
Ende eines Luftausfluges: DerQuadrocoptervon Eric Junge verfing sich in der benachbarten Hochspannungsleitung.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Eigentlich wollte Eric Junge seinen neuen Quadrocoptern nur mal ausprobieren. Doch das ging gründlich schief und sorgte dafür, dass auch vier Männer von der DB erst einmal einen Tag beschäftigt waren.

Heggen..  Eigentlich wollte Eric Junge seinen neuen Quadrocopter nur mal ausprobieren. Doch das ging gründlich schief und sorgte dafür, dass auch vier Männer von der DB erst einmal einen Tag gut beschäftigt waren.

Männer und Spielzeug: War es früher die Modelleistenbahn oder der Technikbausatz, so sind es heute die Multikopter, die faszinieren. So erging es auch Eric Junge. Der hatte seinen neu erworbenen Quadrocopter mit einer Kamera ausgestattet und wollte mal schauen, was dieses unbemannte Flugobjekt so alles kann. „Doch dann hat es nur geregnet und gestürmt und er musste am Boden bleiben.“ Die Chance, endlich mal in die Luft zu gehen, sah der Heggener dann am Mittwochabend.

Sternenklar und windstill

„Ich war kurz draußen, da war es sternenklar und windstill. Also dachte ich, probiere ich mal aus, wie der Kopter fliegt.“

Da das gute Stück beleuchtet war, konnte ja auch eigentlich nichts passieren. Eigentlich, denn der Quadrocopter war zwar beleuchtet, nicht aber die benachbarte Hochspannungsleitung. „Ich war kurz abgelenkt und ein kleiner Steuerungsfehler sorgte dann dafür, dass Leitung und Kopter kollidierten.“

Die Kamera sorgte schließlich dafür, dass es nicht nur ein kurzes Treffen war, sondern eine längere Beziehung wurde, denn auch am nächsten Morgen hing der Quadrocopter noch in der Leitung. „Ich habe dann bei dem örtlichen Stromversorger angerufen, doch der ist gar nicht der Betreiber dieses Netzes“, war der Hobbypilot überrascht.

Für das Schienennetz

Nach einigen Recherchen stellte sich heraus, die Leitungen gehören der DB und sie sind zur Versorgung des Schienennetzes.

Ein Anruf bei der Bahn brachte schließlich die Männer in den orangenen Warnwesten von Dortmund nach Heggen. „Normalerweise würden wir die Leitungen abschalten und mit einem Hubsteiger den Gegenstand aus der Hochspannungsleitung holen“, so einer der Männer vor Ort. Doch ein Hubsteiger ließ sich in dem betroffenen Garten nicht aufbauen. Daher wurde beschlossen, die Leitungen werden abgestellt, ein Mann muss den Mast hinauf, Erden einhängen, ein Stoffseil anbringen und die Leitung wird dann damit abgezogen bis der Kopter fällt.

Kosten trägt der Verursacher

„Die Kosten trägt der Verursacher“, so die Bahn. Für die Männer von der Bahn ist das noch ein Einzelfall. „Sonst holen wir öfters Wetterballons aus der Leitung, aber die Multikopter nehmen immer mehr zu und damit sicher auch in Zukunft unsere Einsätze.“