Noch lebt "dei Muttersproke" Platt
18.01.2008 | 18:36 Uhr 2008-01-18T18:36:09+0100Attendorn. (pep) Kleine Ursache, lange Wirkung: Weil im Jahr 1978 der damalige Jägerhaus-Wirt Dieter Auert und sein Gast Klaus-Walter Hoberg ein Stammtisch-Gespräch zwischen den Alt-Attendornern Toni Schulte, "Ede Prentler" und Toni Teipel mangels ...
... Platt-Kenntnissen nicht verstanden, sie die Sprache aber gleichwohl faszinierte, riefen sie den Plattdeutschen Kreis Attendorn ins Leben. Dessen Ziel war und ist es, "dei plattdütske Muttersproke", die von immer weniger Menschen gesprochen wird, nicht ganz in Vergessenheit geraten zu lassen. Mit ihrem Vorhaben fanden Auert und Hoberg seinerzeit Unterstützung bei den drei Stammtischbrüdern, von denen zwei bereits, so Dieter Auert, ebenso "im plattdeutschen Himmel" weilen wie ihre Mitstreiter "Korkes" Ernst Maiworm, Franziska Schwane aus Bürberg oder Josef "Buttes" Stuff aus Rauterkusen und Rektor Schneider aus Ennest.
Der erste "Plattdeutsche Abend" im "Jägerhaus" am 12. Januar 1978 fand zahlreiche Fortsetzungen in anderen Attendorner Gaststätten, aber auch auf den Dörfern, bei den Vertellekes und Rippräppchen, aber auch Lyrik und Prosa des Attendorner Heimatdichters Johannes Schulte vorgetragen wurden. als weitere Aktivitäten kamen im Dezember 1980 die erste Plattdeutsche Messe hinzu, die von Altprobst Anton Dünnebacke aus Brilon mit über 800 Besuchern im "Sauerländer Dom" zelebriert wurde.
Seit 1984 wird stets Pfingstmontag an der Wallfahrtskapelle in Waldenburg eine Plattdeutsche Messer gefeiert und seit der Wiedervereinigung auch am 3. Oktober. Im Bestreben, das Attendorner Platt auch an Jüngere weiter zu geben, beteiligte man sich an Aktionen der Volkshochschule des Kreises Olpe, wo Toni Schulte drei der sechs Plattdeutschen Sprachkurse hielt. Er war auch Mitarbeiter am vom Sauerländer Heimatbund herausgegeben Plattdeutschen Wörterbuch.
Das 30-jährige Bestehen des Plattdeutschen Kreises Attedorn wurde am Donnerstagabend mit einem Plattdeutshen Abend als Monatsveranstaltung des Vereins für Orts- und Heimatkunde im "Hotel zur Post" gefeiert. Knapp 100 Interessierte aus der Stadt, aber auch aus den Dörfern der Landgemeinde Attendorn, überwiegend "ältere Semester", waren hierzu gekommen.
Auch wenn die Technik nicht mitspielte, begleiteten die Zuhörer den "Büterling auf Lebenszeit" Karl Falk, den unermüdlichen Toni Teipel, "schnüffels" Rudi vom Holzweg und Franz Köper aus Repe bei einem literarischen Rundgang durch die Attendorner Jahreszeiten, die vom einzigartigen Brauchtum der Hansestadt, getragen von den Kattfillern sowie Poske- und Schüttenbreiern, bestimmt werden. Sie rezitierten Texte von Sparkassendirektor Josef Hüttemann, "Rotebeten-Hennes" genannt, Gedichte wie "Maket wat ih wellt" von Johannes Schulte oder "Muttersproke" Franz Eberhard Hundt sowie eigene Lyrik und Prosa.
Toni Teipel steuerte sein Gedicht "Kattfillers Heimeweh op Ostern" ebenso bei wie Karl Falk seine Hommage an den unvergessenen Poskevatter der Kölner Poorte "Lehmann" Paul Hundt.
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