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Niederheldener Goldmädchen besuchten Mosel-Golddorf

11.11.2011 | 17:38 Uhr
Niederheldener Goldmädchen besuchten Mosel-Golddorf
Die Goldmädchen aus Niederhelden im Moselgolddorf Ediger-Eller.

Niederhelden.Goldmädchen auf Goldreise! Getreu diesem Motto machten sich jetzt 22 Frauen zwischen 24 und 72 Jahren aus Niederhelden auf den Weg nach Ediger-Eller. Das Moseldorf hat ebenfalls beim Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ die Goldmedaille bekommen.

„Wir waren von deren Auftritt bei der Preisverleihung in Berlin begeistert“, so Maria Höffer, die den Kontakt herstellte. „Daher haben wir beschlossen, dieses Golddorf zu besuchen um uns zu informieren, was Ediger-Eller ausmacht.“

Ediger-Eller in der Calmont-Region ist ein echtes Weindorf mit 1900 Einwohnern. 30 Vereine und natürlich die Weinbau prägen den Alltag. „Wir wurden von der Ortsbürgermeisterin Heidi Hennen-Servaty, Ratsmitglied Nikolaus Pellio und dem ersten Beigeordneten für das Bauwesen, Horst Deis, nicht nur empfangen, sondern das komplette Wochenende über betreut“, erzählt Maria Höffer.

Besonders beeindruckt waren die Frauen von der Authentizität der Bürger und ihrem Willen, das Geschaffene zu erhalten und für die junge Generation attraktiv zu gestalten. „Dort gibt es viele alte Fachwerkhäuser und wenig Bauland, da das Dorf zwischen den Weinbergen und der Mosel eingegrenzt liegt. Um das Flair des Ortes zu erhalten bietet man jungen Familien, die diese Häuser übernehmen, nicht nur finanzielle, sondern auch beratende Hilfe an. So werden Leerstände vermieden und junge Leute für den Ort gewonnen“, erklärt Marga Jürgens eines der Konzepte, die zum Sieg von Ediger-Eller beim Bundeswettbewerb führten.

Dort wurde bereits vor rund 30 Jahren die Bedeutung des historischen baulichen Erbes erkannt. In den 80er Jahren übernahm und sanierte die Gemeinde selber das Fachwerkgebäude der heutigen Touristinformation. „Außerdem gab es im Ort ein Synagoge, die wieder hergerichtet wurde und heute Teil des Kulturweges der Religionen ist“, ergänzt Marga Jürgens. „Die Seele des Ortes sollte erhalten bleiben, und das ist ganz hervorragend gelungen“, so das Fazit der Frauen.

Aber auch in Niederhelden geht es weiter. So wird es nicht nur einen Gegenbesuch aus Ediger-Eller geben, sondern Niederhelden beteiligt sich auf Vorschlag von NRW-Umweltminister Remmel am Europäischen Dorferneuerungswettbewerb 2012. Rund 30 Dörfer aus elf Nationen nehmen an diesem Wettbewerb teil.

Ziel ist es vor allem, den internationalen Erfahrungsaustausch zu fördern und die Motivation der Betroffenen zu heben, aber auch die Schaffung und Stärkung einer positiven öffentlichen Meinung für die Probleme der Menschen in den ländlichen Räumen und damit die Erhaltung und Gestaltung lebensfähiger, attraktiver Dörfer bestmöglich zu unterstützen. „Die Stadt Attendorn unterstützt uns bei diesem Vorhaben und hat die Startgebühr übernommen. Im Juni wird uns die Kommission besuchen“, so Marga Jürgens.

Doch zuvor gibt es am 10. Dezember den ersten Markt in der Vorweihnachtszeit, organisiert von den „Kümmerfrauen“ aus Niederhelden.

Barbara Sander-Graetz

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