Neues Förderinstrument für Konzerte in Kirchen

Theo Radhöfer (links) und Dieter Moers wollen das Bewusstsein in der Bevölkerung für anspruchsvolle Kirchenmusik erhalten und bitten um finanzielle Unterstützung für ihren Förderverein.
Theo Radhöfer (links) und Dieter Moers wollen das Bewusstsein in der Bevölkerung für anspruchsvolle Kirchenmusik erhalten und bitten um finanzielle Unterstützung für ihren Förderverein.
Foto: Josef Schmidt
Was wir bereits wissen
  • Verein will durch Mitgliedsbeiträge und Spenden Geld sammeln
  • Gute Solisten und Ensembles gehen nicht umsonst auf die Bühne
  • Jedes einzelne Vorhaben kann mit 250 Euro pro Jahr gefördert werden

Olpe..  Die Kirchenmusik im Besonderen und die Kultur im Allgemeinen: zwei Dinge, die Theo Radhöfer und Dieter Moers aus Olpe am Herzen liegen - und nicht nur ihnen. Denn gemeinsam mit einigen Freunden gründeten sie Anfang des vorigen Jahres einen neuen Förderverein für die „Musik in Olper Kirchen“. Und um den jungen Verein, der bisher ein wenig in den Kinderschuhen steckt, auf eine breitere Basis stellen zu können, hoffe man auf stärkeres Interesse der Öffentlichkeit.

„Wir haben unsere Förderrichtlinien jetzt festgelegt, damit alle Interessierten eine Grundlage haben“, sagt Theo Radhöfer, pensionierter Hauptschulrektor.

Zielsetzung von Anfang an sei es gewesen, fügt St.-Martinus-Organist Dieter Moers hinzu, Chöre und Instrumental-Ensembles finanziell zu unterstützen, wenn diese Konzerte oder andere kirchenmusikalische Veranstaltungen planten.

Qualität kostet Geld

Deshalb sei es wichtigstes Ziel des Fördervereins, erst einmal Geld einzusammeln - mit Spendenquittungen, versteht sich. Ob sich Interessierte für eine Mitgliedschaft entscheiden würden, die einen Mindestbeitrag von 24 Euro pro Jahr mit sich bringe, oder spendeten, sei egal. Beides helfe, vor allem kleineren Vereinen auf dem Dorf.

Denn anspruchsvolle Kirchenmusik, da können die beiden aus eigener langjähriger Erfahrung sprechen, „kostet nun mal Geld. Sehr viel mehr, als so mancher denkt.“ Während veranstaltende Chöre natürlich für Gottes Lohn auf die Bühne steigen würden, müsse man für gute Solisten oder Instrumental-Ensembles eine Stange Geld auf den Tisch legen. Was so manchen Verein natürlich davon abhalte, sich auf kirchenmusikalisch hohes Niveau zu begeben.

Radhöfer: „Wir wollen natürlich nicht ein ganzes Konzert finanzieren, sondern können nur ein Baustein von mehreren sein.“ Ob nun eine Mozartmesse, Oratorien, Requien oder Passionen - auf Solisten könne man nicht verzichten, so Moers, der als Organist und Chor-Dirigent weiß, wovon er spricht: „Für eine gute Sopranistin zahlt man 250 Euro und mehr.“ Und wenn für eine Matthäus-Passion eine Handvoll Solisten und ein Orchester zwingend nötig sei, könnten die Kosten, fügt Radhöfer hinzu, durchaus auf über 5000 oder sogar 10 000 Euro hochschnellen.

250 Euro pro Vorhaben und Jahr

Selbst wenn ein Veranstalter eine große Kirche füllen könne - mit vielleicht 400 Zuschauern, ein Eintrittspreis von 25 Euro sei für ein solches Konzert kaum zu vermitteln.

An solche Größenordnungen denkt der kleine Förderverein, der kaum mehr als ein Dutzend Mitglieder und keine 1500 Euro in der Kasse habe, natürlich nicht. Aber auch ein 250 Euro-Zuschuss für erwähnte Solistin, könne ja schon hilfreich sein. Das spiegelt sich auch in den neuen, festgelegten Förderrichtlinien des Vereins wider:

Jedes einzelne Vorhaben kann mit höchstens 250 Euro gefördert werden und jeder Veranstalter auch nur einmal pro Jahr. gefördert werden können auch Noten, Programmhefte oder Werbeplakate, die Anträge seien bis 30. November für das Folgejahr zu stellen. Darüber hinaus hilft der Verein, zu dem erfahrene Musiker und Ensemble-Mitglieder bzw. Dirigenten gehören, auch beratend.