Neuer Schwan für Lenne und Obergraben

Am Freitag soll ein neuer Schwan in Finnentrop ausgewildert werden
Am Freitag soll ein neuer Schwan in Finnentrop ausgewildert werden
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Durch Zufall las der in Feudingen lebende, in Finnentrop geborene Achim Wickel von der Tötung zweier Schwäne in Finnentrop. Er hatte eine Idee.

Finnentrop..  Wenn auch angesichts der beiden toten Tiere kein Happy End möglich ist, so findet die traurige Geschichte um die beiden Schwäne, die kurz vor Weihnachten auf dem Obergraben bei Frielentrop von zwei Jägerinnen erschossen worden waren, was große Empörung auslöste, vielleicht doch so etwas wie einen tröstlichen Abschluss.

Schwan kommt aus Feudingen

Am kommenden Freitag soll ein „neuer“ Höckerschwan auf dem Obergraben bei Frielentrop ausgewildert werden. „Und vielleicht findet sich ja auch noch ein zweiter Schwan“, hofft Jagdpächter Wilfried Kutzner, dem die Tötung der beiden Schwäne durch zwei Jägerinnen trotz seines Verbots „schwer auf den Magen geschlagen“ war. Durch Zufall las Achim Wickel aus Feudingen bei einem Weihnachtsbesuch seiner Schwiegereltern in Drolshagen von der Tötung der Tiere, die ihn ebenfalls sehr verärgerte. Zufällig stammt der 57-Jährige aus Finnentrop und er hat auch zufällig einen Schwan. Den, so die Idee, könnte man doch auf die Lenne und den Obergraben bei Finnentrop umsiedeln. Er nahm Kontakt mit Jagdpächter Kutzner auf, und sie planten das Projekt Umsiedlung.

Einfangen nicht ganz einfach

Achim Wickel bewohnt in Feudingen, einem Ortsteil von Bad Laasphe im oberen Lahntal, das aus dem 18. Jahrhundert stammende Fachwerkhaus seiner Großeltern mit einem zwölf Hektar großen Grundstück. Und da er sich sehr für den Artenschutz interessiert und einsetzt, soll auf diesem Gelände ein Artenschutzzentrum entstehen, in dem demnächst unter anderem seltene Waldbisons gezüchtet werden sollen. In einem großen Teich sind im Herbst bereits Edelkrebse angesiedelt worden.

Auf weiteren Teichen mit einer Gesamtfläche von „1 500 bis 1 700 Quadratmetern“, so Achim Wickel, lebt seit einigen Jahren auch ein Schwanenweibchen, dessen Partner verstorben ist. Da es bei der Verteidigung seines Reviers ein äußerst aggressives Verhalten an den Tag legt, gestaltet sich der Zaunbau für das Bisongehege als recht schwierig und, wie ein unvorsichtiger Bauarbeiter erleben musste, manchmal auch sehr schmerzhaft.

Mit einer Umsiedlung des Schwans auf die Lenne oder den Obergraben bei Frielentrop könne man, so die Idee, zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Wickel kann in Ruhe sein Gelände nutzen und in Finnentrop gibt es zumindest wieder einen Schwan.

Am Freitag soll das Projekt umgesetzt werden. Wenn es Achim Wickel vormittags gelingt, das wehrhafte Tier einzufangen („ich habe da schon einige Routine“) , soll es nachmittags in Frielentrop ausgesetzt werden. Damit der Schwan nach seiner Umsiedelung nicht gleich wieder davonfliegt, müssen ihm die Schwungfedern auf der rechten Seite eingekürzt werden. Das ist laut Achim Wickel „ein übliches und schmerzloses Verfahren“.

Fütterung ist sichergestellt

Um dem Schwan, der an Fütterung durch den Menschen gewöhnt ist, das Überleben im Winter zu sichern, hat Achim Wickel Kontakt mit Bäcker Volker Lennemann in Finnentrop aufgenommen, der Brötchen für die Fütterung zur Verfügung stellen wird. Das Füttern selbst werden Hubertus Sieler aus Frielentrop und seine Frau übernehmen.

Und vielleicht findet sich ja wirklich noch ein neuer Partner für das Tier.