Neue „Lüchte“ eingeweiht

Hoch über Attendorn ging Pfarrer Andreas Neuser auf die Bedeutung des Paschalamms ein, welches auf der Vorderseite der Lüchte abgebildet ist.
Hoch über Attendorn ging Pfarrer Andreas Neuser auf die Bedeutung des Paschalamms ein, welches auf der Vorderseite der Lüchte abgebildet ist.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Nach über 200 Jahren der Osterfeuerverein Kölner Poorte ein neues Vortragekreuz, Lüchte genannt, erhalten.

Attendorn. (ml) In einer Feierstunde am Samstagnachmittag wurde die neue Osterlüchte (Vortragekreuz) der Kölner Poorte auf deren Osterkopp durch Pfarrer Andreas Neuser geweiht und ihrer Bestimmung übergeben.

Zu diesem besonderen Anlass, die vorherige Lüchte hat 204 Jahre ihren Dienst getan, konnte Poskevatter Hans-Josef „Hansel“ Gerbe zahlreiche Gäste, die Poskeväter der drei anderen Po(or)ten Uwe Beul, Daniel Köster und Sebastian Fecker, deren Stellvertreter sowie die Poskebrüder der Kölner Poorte begrüßen.

Die Feier begann mit dem Lied „Lobet den Herren“ und endete mit dem Poskelied, gespielt von Blechbläsern des Feuerwehrmusikzugs Attendorn. In seiner Ansprache wies Hansel Gerbe darauf hin, dass „für die Kölner Poorte nur eine traditionell handwerklich gefertigte Lüchte in Frage kam“. Gerbe: „Ebenfalls aus dem Traditionsbewusstsein heraus entschieden wir uns dafür, die Form und die Glasmotive der alten Lüchte zu übernehmen.“

Sparkassendirektor Bernd Schablowski, dessen Haus die Anfertigung der neuen Lüchte mit 2 500 Euro unterstützte, hob den hohen Stellenwert des Osterbauchtums in Attendorn hervor.

Den entscheidenden Hinweis bei der Suche nach Handwerkern, die heute noch solch ein Kunstwerk in Bleiverglasung anzufertigen, gab der inzwischen verstorbene Pater Johannes (Ulrich) Rocksloh, indem er den Kunstschmied Pater Abraham Fischer aus seiner Heimatabtei Königsmünster empfahl.

Dieser sah sich die Lüchte an und gab seine Zusage für den Bau der Metallkonstruktion. Pater Abraham stellte auch den zu Kunstglaser Martin Vollmert aus Schmallenberg, der ein anerkannter Spezialist für Bleiverglasungen ist.

Nach dem Osterfest des vergangenen Jahres ging die alte Lüchte „auf Wanderschaft“ und diente zunächst Glasermeister Vollmert als Vorlage zur Anfertigung der Bleiverglasungen auf der Vorder- und Rückseite. Zum Einsatz kamen mundgeblasene Flachgläser der Glashütte Lamberts in Waldsassen. Durch Auftragen von Farben entstand auf der Vorderseite das Osterlamm auf dem Buch mit sieben Siegeln und den Initialen „KP“ für Kölner Poorte und auf der Rückseite ein brennendes Herz über einem Anker.

Anschließend erfolgte die Anfertigung der Metallkonstruktion in der Schmiede der Abtei Königsmünster. Die Außenhülle aus Messingblech wurde dunkel patiniert. Pater Abrahm sagte im Gespräch mit unserer Zeitung, dass ihn diese Auftragsarbeit sehr bewegt habe.„Zum einen wird hier die Tradition bewahrt und zum anderen geht man mutig und zukunftsfähig nach vorne“, so der Benediktiner. Zum guten Schluss sorgte Elektromeister Georg Schüttler für die LED-Beleuchtung, damit die Lüchte auch leuchtet.