Nette Toilette oder Fiasko-Klo

Attendorn..  Ein Erlebnis der Extraklassen war am Sonntagabend die Große Prunksitzung in der Stadthalle. Die Karnevalsgesellschaft „Die Kattfiller“ verstehen es jedes Jahr aufs Neue, ein abwechslungsreiches Programm auf „die Beine zu stellen“ und die Narren in der gut besuchten Stadthalle kamen wieder einmal auf ihre Kosten.

Nach dem Einmarsch stellte Präsident Marc Rohrmann die wichtigste Person des Abends, den neuen Prinzen Guido I. Höffer, mit Spitznamen Brackel, vor. „Er ist fest verwurzelt mit seiner Heimatstadt“, sagte der Präsident und ließ keinen Zweifel daran, dass die neue Tollität genau der Richtige für „Kattfilleria“ sei. Auch Kinderprinz Leo I. Hesse lernte die Narrenschar kennen.

Erstmals in der Prunksitzung sprach Bürgermeister Christian Pospischil begrüßende Worte. Der BM trug diese in Reimform vor und die alte Rivalität zwischen Attendorn und Olpe ließ er auch wieder aufleben, denn „Poschi“ wies darauf hin, dass es in beiden Städten am vergangenen Donnerstag auf den Schlüssel ankam. Denn als er den Schlüssel an den Prinzen abgab, war auch in Olpe eine Schlüsselübergabe fällig, und zwar mussten die Olper den Schlüssel an das Land abgeben (Beschlagnahmung Regenbogenland).

Das Thema Klo hat es den Attendornern angetan. Nachdem auf der letzten Prunksitzung das Hundeklo für Gesprächsstoff sorgte, war es in diesem Jahr die Nette Toilette, die der Hampeiter vom Kattfillerkurier in der Bütt so richtig durch den Kakao zog. Er gab zu bedenken: „Wenn die in den Geschäften und Gaststätten ihre Launen haben, ist das keine Nette Toilette mehr, sondern ein Fiaskoklo“.

Andreas Schäfer hatte auch Dingerkus „Molli“ genau beobachtet und fragte „Gibt es ein Leben nach dem Abpfiff?“

Woher kommt der Bürgermeister?

Hettwich vom Himmelsberg meinte zum Klothema, dass es sich schwierig gestalte, Geschäfte hierfür zu finden. Und mit den Kneipen sieht es noch schlechter aus, meinte sie, „denn da haben wir ja bald keine mehr.“ Auch in der Politik bewegt sich was in „Kattfilleria“, so die kleine Frau mit der spitzen Zunge und der Fliegenbrille, „wenn Pospischil seine Arbeit gut macht, kommt er aus Attendorn und wenn er sie schlecht macht, kommt er aus Ennest“.

Kamelle oder Kemele?

Dass die „Plastiktütenbrigade“ beim Veilchendienstagszug nicht „Kamelle“ sondern „Kamele“ ruft, war auch eine Festellung von Anja Geuecke. Mit Edno Bommel verpflichtete die KG erstmals einen Komiker aus Sachsen, der anmerkte: „Sie haben eine tolle Stadthalle, ist die auch mit Soli gebaut?“ Bommel sagte, dass er erst zum fünften Mal in den gebrauchten Ländern sei. Ein Problem hat er beim Holen seiner Kontoauszüge. Edno Bommel: „Mein eigenes kleines Griechenland.“

Tolle Tänze sahen die Hansestädter an diesem Abend. Ob Mini Biggesterne, Garde des Kinderprinzen, Biggesterne, Rote Funken, Regimentstöchter oder die Garde des Prinzen, sie waren durch die Reihe eine Augenweide. Mit der Band „Roxy“ engagierten die Kattfiller eine Nachwuchsband aus Köln. Und die „Klein Colonias“ versorgen die Jecken auch an diesem Abend mit ihren Ohrwürmer vom Kattfillerland, der supersüßen Sauerländerin und der Kellnerin.