Narren mögen’s lieber fröhlich statt politisch

Politische Themen gibt es auch im Kreis Olpe, aber nicht so „heiße“ wie die Terroanschläge von Paris.
Politische Themen gibt es auch im Kreis Olpe, aber nicht so „heiße“ wie die Terroanschläge von Paris.
Foto: WP

Kreis Olpe..  „Mer lassen de Dom in Kölle“, singt die Kölner Mundartgruppe „Bläck Föös“. Nicht nur der gute, alte Dom, auch die aktuelle Diskussion um den Rosenmontagszug wird in Kölle bleiben. Die heimischen Jecken jedenfalls wollen sich von dem aktuellen Thema „Solidarität für die Meinungsfreiheit“ nicht anstecken lassen. Die Diskussion wird bei den vier großen Narrenumzügen im Kreis Olpe außen vor bleiben.

Zum Hintergrund: Im Kölner Rosenmontagszug sollte in diesem Jahr ein Wagen, der die Anschläge von Paris und die Solidarität mit der Meinungsfreiheit thematisiert, mitfahren. Am Donnerstag hatte das Kölner Festkomitee den Wagen aus Sicherheitsgründen wieder zurück gezogen.

Die heimischen Wagenbauer, die seit Wochen an ihren Mottowagen werkeln, hatten und haben das Thema nicht auf dem Plan. Die Verantwortlichen der heimischen Karnevalsgesellschaft sind eher froh, wenn es so bleiben sollte. Christian Allebrodt, Präsident des Grevenbrücker Karnevalsclubs: „Persönlich finde ich es nicht gut, dass man sich bei der Themenauswahl für die Zugwagen beeinflussen lässt.“ Andererseits seien die Veranstalter auch für die Sicherheit der Zugteilnehmer und des Publikums verantwortlich. „Das ist schon eine schwierige Situation. Ich bin froh, dass das Thema bei uns nicht ansteht.“

In der Vergangenheit waren überregionale politische Themen, die längere Zeit die Medien beherrschten für die Karnevalisten im Kreis kein Tabu.

Eher lokale Themen

In diesem Jahr werden ebenfalls wieder einige dabei sein: In Schönau wollen die Narren den Pilotenstreik bei der Lufthansa närrisch ins Szene setzen, auch der Bundeswehrkindergarten wird aufs Korn genommen.

Auch in Saalhausen sind mit „10 Jahre Bauer sucht Frau“, „Uli Hoeneß im Knast“, und „Udo Jürgens“ überregionale, aber eher bunte Themen im Rosenmontagszug geplant. In Attendorn drücken lokale Themen dem Veilchendienstagszug den Stempel auf, zum Beispiel die Zukunft des Attendorner Bahnhofsgebäudes, der Wechsel auf dem Bürgermeistersessel im Rathaus oder 50 Jahre Biggesee. In Grevenbrück steht der 875-jährige Ortsjubiläum im Focus.

Ob großpolitisch oder lokalpolitisch, provokante Themen werden überall nicht dabei sein. Und bis dato konnte sich im Kreis Olpe auch niemand vorstellen, dass ein Karnevalswagen einmal zum Sicherheitsrisiko für einen Umzug werden könnte. So sieht es auch die Polizeibehörde in Olpe. Für die Ordnungshüter ist die Diskussion absolutes Neuland. Polizeisprecher Stephan Ommer: „So eine Diskussion hat es im Kreis Olpe noch nie gegeben. Wir wissen im Vorfeld in der Regel gar nicht, welche Themen die Wagen der Züge haben.“ Und die der vielen Fußgruppen erst recht nicht

Keine Provokationen

Bleibt die Frage: Was wäre wenn? Ommer: „Wenn wir wüssten, dass ein Wagen mit einem provokanten Thema dabei wäre, würden wir im Vorfeld eine Gefahrenanalyse machen um abzuschätzen, ob wir mehr Einsatzkräfte brauchen als sonst.“ Dass dies wirklich einmal so kommen könnte, hält er für unwahrscheinlich. Und auch, wenn eine Fußgruppe mit einem „Ich bin Charlie-Kostüm“ etc. auftreten sollte, würde das nicht den Stresspegel der Ordnungshüter in die Höhe schießen lassen.

Fazit: Die heimischen Wagenbauer und Straßenkarnevalisten wollen die Jecken am Straßenrand mit ihren Kreationen weniger zum Nachdenken, sondern zum Staunen, Strahlen und Lachen bringen.