Nachfrage nach neuen Mitarbeitern beispiellos

Gute Zahlen beim Arbeitsamt.
Gute Zahlen beim Arbeitsamt.
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Was wir bereits wissen
Dr. Bettina Wolf, Chefin der Arbeitsagentur Siegen/Olpe, freut sich über gute Zahlen.

Kreis Olpe..  Der Bedarf nach Fachkräften zeigt sich immer deutlicher. Diese Jahresbilanz für 2014 zog die Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Siegen, Dr. Bettina Wolf. „Wir haben im vergangenen Jahr einen beispiellosen Anstieg der Nachfrage nach neuen Mitarbeitern durch die Arbeitgeber erlebt“. Die Betriebe meldeten im letzten Jahr 10 123 freie Arbeitsstellen, ein Zuwachs um 13,7 Prozent.

Das hat sich jedoch nur geringfügig auf dem Arbeitsmarkt niedergeschlagen. Im Jahresdurchschnitt betrug die Arbeitslosenquote 5,4 Prozent. Es waren im Schnitt 12 275 Männer und Frauen arbeitslos, 57 oder 0,5 Prozent weniger als im Vorjahr.

49,7 Prozent der Arbeitslosen haben keine abgeschlossene Ausbildung. Deshalb könnten manche freie Stellen ohne Unterstützung nur schwer mit den Bewerbern der Arbeitsagentur besetzt werden, so die Arbeitsmarktexpertin. Das Problem: Viele Bewerber können eigentlich eine freie Stelle mittelfristig gut ausfüllen, erhalten aber, weil sie beispielsweise ein Computerprogramm nicht kennen, eine Absage. „Da sollte ein Personalchef vor der Absage zwei Mal überlegen. Bei fehlenden Qualifikationen springen wir auch ein, um bei einer Einstellungszusage die nötige Weiterbildung zu finanzieren“, appellierte die Agenturleiterin.

Die Zahl der unter 25-jährigen Arbeitslosen sank um 6,1 Prozent auf 1409. Die Arbeitsagentur hat sich mit dem Patenmodell ,Stars für Fachkräftesicherung‘, eine Beratung für Studienabbrecher und der Gründung der Jugendberufsagentur im Kreis Olpe besonders um diese Gruppe gekümmert.

37 Prozent der Arbeitslosen waren ein Jahr und länger arbeitslos, 5,1 Prozent mehr als 2013. Die Agentur will das Nachwachsen der Langzeitarbeitslosigkeit verhindern und arbeitet für mehr Beschäftigungschancen für langzeitarbeitslose Männer und Frauen. Ein Problem auch hier: Rund 63 Prozent der von den Jobcentern betreuten arbeitslosen Männer und Frauen haben keine abgeschlossene Ausbildung.

Insgesamt ist Dr. Bettina Wolf zufrieden mit der Entwicklung des Arbeitsmarktes. „Wir haben unsere selbst gesteckten Ziele erreicht, haben aber auch große Aufgaben vor uns: Wir müssen weiter daran arbeiten, die freien Stellen in der Region mit den passenden Bewerbern zu besetzen und wollen so mehr Beschäftigungschancen für die Arbeitssuchenden schaffen.“

Für 2015 zeigte sich die Arbeitsmarktexpertin optimistisch. Die Entwicklung in den beiden Kreisen verlaufe meist leicht unterschiedlich, „bedingt durch die beiden Schwerpunktbranchen: Automotive im Kreis Olpe bzw. Maschinen- und Anlagenbau in Siegen-Wittgenstein.“ Eine klare Prognose gestalte sich daher schwierig. „Die positive Entwicklung der letzten Monate verschafft uns aber eine gute Ausgangslage. Daher wird die Beschäftigung bei uns sicher weiter steigen.“