Nach Zoz-Einladung: Diskussion um Diskriminierung entbrannt

Ob Körperschmuck wie Piercings gesellschaftlich akzeptiert sind, wird kontrovers diskutiert.
Ob Körperschmuck wie Piercings gesellschaftlich akzeptiert sind, wird kontrovers diskutiert.
Foto: Dennis Strassmeier
Was wir bereits wissen
Zahlreiche Reaktionen auf Berichterstattung über der Einladung der Zoz-Gruppe, die sich explizit nicht an Schüler mit bunten Haaren oder Piercings gerichtet hatte.

Siegen/Olpe.. Prof. Henning Zoz verteidigt seine umstrittene Einladung: Er würde keines seiner Worte zurücknehmen und freue sich über die Diskussion, die er ausgelöst hat. Er betonte, dass es ihm nicht um Äußerlichkeiten gehe, aber dass er das Erscheinungsbild als Zeichen einer inneren Einstellung betrachte.

Diskriminierung Der Unternehmer hatte in einer Einladung zu einem Symposium für Nanotechnologie an Siegener Schulen geschrieben, dass man sich nicht "an Menschen mit bunten Haaren, Blech im Gesicht und jene, die die Füße kaum heben und die Hose kaum auf den Hüften halten können" richte. Nach dem Bericht der WP hatte sich eine Diskussion um Diskriminierung entwickelt.

Piercing sagt nichts über Leistungsfähigkeit

"Körperschmuck liegt im Trend und es wird immer mehr", sagt dagegen Gilbert Schütz, Inhaber des Tattoo-Studios "Gill's Bodyart" in Schmallenberg-Bad Fredeburg. Er tätowiere auch Menschen im Maßanzug, zu seinen Kunden zählten Polizisten oder Anwälte. Die meisten Menschen fragten allerdings gezielt wegen ihres Jobs, außerdem weise er auf mögliche Gesundheitsgefahren hin.

Klaus Gräbener, Hauptgeschäftsführer der IHK Siegen, sieht eher ein Problem bei den Umgangsformen: "Ein Teil der jungen Leute - bei Weitem nicht alle! - grüßt einfach nicht." Man sollte dieses Thema nicht auf den Haarschnitt oder ein Piercing reduzieren, die für sich nichts über Leistungsfähigkeit oder Benehmen aussagen könnten.