Mubea will es im Jubiläumsjahr etwas langsamer angehen

Die anwesenden der in diesem Jahr 111
Die anwesenden der in diesem Jahr 111
Foto: WP
Nach Entwicklungssprüngen in den vergangenen fünf Jahren setzt Dr. Thomas Muhr im 100. Jahr der Firmengeschichte auf Konsolidierung.

Attendorn..  Im 99. Jahr des Bestehens konnte die Geschäftsleitung von Muhr und Bender (Mubea) bei der Weihnachts- und Jubilarfeier insgesamt 111. Arbeitsjubilare aus den Werken Attendorn und Daaden im Westerwald für langjährige Treue zum Unternehmen auszeichnen. Das ist ein neuer Rekord.

Genauso wie die beeindruckenden Zahlen des Automobilzulieferers, die der Geschäftsführende Gesellschafter Dr. Thomas Muhr präsentierte. So konnte die weltweit tätige Unternehmensgruppe ihren Umsatz gegenüber dem Vorjahr nochmals um zehn Prozent auf jetzt rund 1,8 Milliarden Euro steigern und die Zahl der Mitarbeiter an den insgesamt 29 Standorten wuchs auf rund 11 000 an. Stolze 200 Millionen Euro wurden investiert.

Die Kirche im Dorf lassen

Die Tatsache eingestehend, dass „im Jahr der Überraschungen“ nicht alles rund gelaufen sei und man einige Dinge „in Ordnung bringen“ müsse, was „mit Bordmitteln“ zu machen sei, aber auch angesichts des VW Skandals verkündete Dr. Thomas das neue, wenn auch nur temporär geltende Credo: „In den nächsten zwei Jahren sollten wir es etwas langsamer angehen lassen. Wir sollten trotz aller Erfolge die Kirche im Dorf lassen, auf Recht und Ordnung achten und bodenständig bleiben“. Trotzdem werde man auch weiterhin wie bisher Schritte nach vorn machen.

Als positive Überraschung wertete Muhr die große Resonanz der Kunden auf die bei der Internationalen Automobilausstellung (IAA) vorgestellten neuen Produkte wie die GFK-Blattzugfeder oder die Mubea Performance Wheels, Aluminiumfelgen, die in einem neuen Verfahren gefertigt werden, das die Vorteile einer Schmiedefelge mit denen einer Gussfelge kombinieren soll.

Zusammenfassend stellte Dr. Thomas Muhr fest: „Wir haben uns wacker geschlagen“, um trotz eines „verhalten optimistischen Ausblicks“ auf das Jahr 2016 zu fordern: „Lasst und mutig und optimistisch sein“, was er auch auf den Flüchtlingsstrom bezog. Dieser sei „ein Problem und eine Herausforderung für die Gesellschaft“, könne aber auch positive Folgen haben. „Wir müssen die Leute aufnehmen, ihnen eine Heimat geben. Auch wir als Unternehmen“, betonte Muhr, und wies darauf hin, dass das bereits einmal funktioniert habe, wie ein Blick in die Jubilarliste zeige.

Als gelungenes Beispiel für Integration hob er den in den Ruhestand wechselnden langjährigen Betriebsrat Cirino Artino hervor, der „Hervorragendes für unser Unternehmen und seine Mitarbeiter geleistet hat.“ Das gelte 2015 für alle Mitarbeiter, insbesondere aber für die Jubilare, „eine Bank, auf die wir uns 100-prozentig verlassen können“.

Große Feier im September

Die Jubilarehrung fand im neuen, laut Dr. Thomas „repräsentativen, aber nicht überzogenen“ Foyer der Mubea-Firmenzentrale statt, dass in nur zehn Monaten errichtet wurde. Bis zur Feier des 100-jährigen Firmenbestehens am 23. September sollen auch die anderen Neubau- und Sanierungsarbeiten an der Hauptverwaltung abgeschlossen sein, die dann 250 Mitarbeitern Arbeitsplätze bieten soll.