Modellflieger auch im Winter aktiv

Bunt wie die Flieger sind auch ihre Piloten beim MFC Attendorn, die das Jahr mit dem traditionellen Silvestergrillen beschließen.
Bunt wie die Flieger sind auch ihre Piloten beim MFC Attendorn, die das Jahr mit dem traditionellen Silvestergrillen beschließen.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Vor dem Silvestergrillen ließen die Modellflieger die Motoren summen.

Silbecke..  Es ist neblig und nass. Viel sehen kann man auf den ersten Blick nicht, aber das Summen der Motoren zeigt: es ist der richtige Weg zum Modellflugplatz bei Silbecke. Es ist Silvestermorgen, und zahlreiche Mitglieder des Modellflug Clubs Attendorn (MFC) treffen sich wie jedes Jahr hier draußen, um das alte Jahr mit dem traditionellen Silvestergrillen zu verabschieden.

„Doch vorher lassen wir natürlich unseren Modellflugzeugen ein bisschen den nassen Wind um die Nase wehen“, so Ludwig Teipel. Wer glaubt, Piloten von Modellfliegern sitzen im Winter in ihrer eigenen Werkstatt und basteln, der irrt. „Es gibt zwar noch Vereinzelte, die werkeln, aber da wir mit unseren Modellen bei jedem Wetter fliegen können, sind die meisten auch im Winter aktiv“, weiß Hubertus Sangermann. Und so surren die Modellflieger in allen Formen und Farben durch die Luft.

Interesse für Technik hilfreich

45 Männer gehören zum MFC Attendorn. Frauen: Fehlanzeige! Woran das liegt, weiß keiner der Männer. „Man sollte sich schon für Technik interessieren“, so Gerhard Teipel. Da ist es wie im Berufsleben: Weibliche Fachkräfte im Technik und Ingenieursbereich: Mangelware. Dabei ist das Fliegen von Modellflugzeugen kein Hexenwerk und heute sicher einfacher denn je.

Ob man ein Holz- oder Hartschaummodelle wählt, kommt auf den Anspruch und den Geldbeutel an. Eine Holzkonstruktion ist meist sehr leicht und verwindungssteif. Hinzu kommt eine sehr glatte Oberfläche. Dafür kann bei einem Absturz schnell mal eine ganze Menge kaputt gehen. Anders sieht es bei Schaum-Materialien aus. Sie sind schnell repariert, geben bei einem kleinen Crash auch mal nach, ohne zu brechen, haben dafür aber eine nicht ganz perfekte Oberfläche.

Im Winter Hartschaum-Modelle

Nach zahlreichen Flügen können bei Flugzeugen dieser Gattung die stark belasteten Bereiche „weich“ werden. Da hilft nur noch verstärken oder austauschen. Solche Probleme gibt es bei Holzmodellen in der Regel nicht, wenn sie anständig repariert werden. „Im Winter fliegen wir meistens die Modelle aus Hartschaum“, erklärt Ludwig Teipel.

„Dazu kommt ein Elektromotor, denn ein Verbrennungsmotor kann im Winter schon mal Zicken machen.“ Die Modelle sind leicht zusammen zu setzen und das Fliegen macht mit ihnen den gleichen Spaß wie mit den Holzmodellen. Außerdem hat jeder der Flieger hier mehrere Modelle. „Wir haben etwa so viele verschiedene Modelle wie Frauen Handtaschen oder Schuhe“, schmunzelt Harry Henning.

Ferngesteuerte Gleitschirme

Für rund 100 Euro kann man sich schon den ersten Flieger leisten. Wenn man dann Blut geleckt hat, kann es auch bis in den fünfstelligen Bereich gehen. „Aber das ist schon die Ausnahme“, so Gerhard Teipel.

Wer Lust hat, kann gerne jederzeit auf dem Gelände bei Silbecke vorbeikommen und ein wenig Fliegerluft schnuppern. „Wir haben unter MFC Attendorn eine eigene Facebookseite mit Neuigkeiten und Terminen. Außerdem sind immer Flieger am Samstagnachmittag und Sonntagmorgen hier“, ergänzt Hubertus Sangermann.

Und nicht nur Modellflugzeuge aller Spielarten sind hier zu sehen, sondern auch Helikopter und die immer beliebter werdenden neuen Multikopter. Helmut Urbahn hingegen würde sich freuen, wenn er auf diesem Wege noch jemand finden würde, der seine Leidenschaft für ferngesteuertes Gleitschirmflieger teilt. „Einfach auf der Facebook Seite melden.“