Mit zwei Bewerbungen ins glückliche CDU-Dilemma

Jochen Ritter (links) mit den beiden Bewerbern um das Bürgermeisteramt: Dr. Bettina Wolf und Peter Weber.
Jochen Ritter (links) mit den beiden Bewerbern um das Bürgermeisteramt: Dr. Bettina Wolf und Peter Weber.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Bei der ersten Vorstellungsrunde der Bürgermeister-Kandidaten in Oberveischede umrissen Dr. Bettina Wolf und Peter Weber ihre politschen Positionen.

Olpe..  Lothar Sabisch, CDU-Vorsitzender in Oberveischede, und Stadtverbandsvorsitzender Jochen Ritter waren sich einig. Beide sind froh, gleich zwei kompetente Bewerber um das Amt des Olper Bürgermeisters zu haben. Und die beiden Bewerber selbst waren sich bei der ersten Kandidatenkür im Oberveischeder Landhotel Sangermann streckenweise ebenfalls einig.

Existenzielle Bedeutung

Thema Rathaus: Beide sind eher für den Abriss. Dr. Bettina Wolf: „Im neuen Stadtbild ist das Rathaus ein Störfaktor.“ Peter Weber: „Es gibt gute Gründe, das Rathaus nicht zu sanieren.“ Die Frage ob als Ersatz eher ein Neubau bzw. die Nutzung vorhandener Immobilien in Frage käme, ist für beide nicht endgültig entschieden. Peter Weber entwarf ein Szenario mit dem Bahnhof als Eingangsbereich und der gleichzeitigen Realisierung eines Museums.

Gespannt auf die Ergebnisse des runden Tisches zur Flüchtlingsunterbringung im Regenbogenland in Olpe sind beide Bewerber. Dr. Wolf betonte, dass es ihr ein Anliegen sei, den Menschen dort zu helfen. Allerdings hält sie kleinere Wohneinheiten für die bessere Alternative. Für Peter Weber dagegen ist fraglich, ob man einer großen Zahl von Flüchtlingen wirklich eine dezentrale Unterbringung ermöglichen könne. Außerdem müsse man auch auf die Kosten achten, die bei einer Unterbringungseinrichtung vom Land getragen würden.

Einigkeit herrschte auch rund um den Breitband-Ausbau. Breitband habe existenzielle Bedeutung für die Unternehmen, sagte Dr. Wolf. Da dürfe man sich nicht ausschließlich auf die Telekom verlassen, ergänzte Peter Weber.

Über Parteien und Wertvorstellungen hinweg möchte sie mit den Menschen ins Gespräch kommen, sagte Dr. Wolf und versprach eine neue Gesprächskultur. Dazu gehören für sie regelmäßige Treffen der Verwaltung mit Vertretern der Dörfer und eine bessere Vermittlung von Entscheidungen gegenüber den Bürgern.

Peter Weber denkt über eine Lokale Agenda 2030 nach, mit deren Hilfe man die Bürger mehr in Entscheidungen einbinden könne. Außerdem sprach er die Bedeutung interkommunaler Zusammenarbeit an, die seiner Meinung nach an Bedeutung gewinnen werde.

Als Bürgermeisterin würde sich ihr die Möglichkeit bieten, etwas für die Stadt zu leisten, sieht Dr. Bettina Wolf in die Zukunft und lobt den guten Zusammenhalt der Bürger, „der unser Leben in Olpe ausmacht“.

Für Olpe und die Menschen vieles positiv bewegen, möchte Peter Weber als künftiger Bürgermeister. Auch er meint, dass die Dorfgespräche „wieder stattfinden müssen“, parallel dazu aber auch Stadtteilgespräche zwischen Verwaltung und Bürgern.

Schwere Entscheidung

Was die Zusammenarbeit von Verwaltung und Politik angeht, meinte Dr. Wolf, dass man Entscheidungsprozesse künftig deutlich transparenter gestalten müsse und Peter Weber, dass man bei vielen Entscheidungen das Tempo rausnehmen müsse: „Dazu brauchen wir eine andere Diskussionskultur.“

Lothar Epe, CDU-Stadtverordneter aus Oberveischede, überlegte, dass die CDU „in ein glückliches Dilemma“ gerate. „Die Unterschiede zwischen den Bewerbern waren gar nicht so einfach zu erkennen“, machte er auf die Problematik aufmerksam, die zwei Teilnehmerinnen beim Verlassen des Saals etwa so formulierten: „Wir wissen jetzt gar nicht, wen wir wählen sollen. Das wird wirklich eine schwere Entscheidung.“