Mit Tablets statt Papier jährlich 3735 Euro sparen

Wenn die Stadt Drolshagen ihren Sitzungsdienst per Tablet statt Papier abwickelt, kann sie jährlich über 3700 Euro einsparen.
Wenn die Stadt Drolshagen ihren Sitzungsdienst per Tablet statt Papier abwickelt, kann sie jährlich über 3700 Euro einsparen.
Foto: FotoPool

Drolshagen..  Wegen ihrer finanziellen Schieflage und wegen der angepeilten Konsolidierung des Haushalts für den Ausstieg aus der Haushaltssicherung muss die Stadt Drolshagen jeden Euro zweimal umdrehen. Spar-Vorschlag der SPD: Auf sämtliche Papiervorlagen für die Arbeit der politischen Gremium verzichten und stattdessen iPads oder andere Tablets nutzen.

Positive Erfahrungen

Von der Einführung eines papierlosen Sitzungsdienstes versprechen sich die Sozialdemokraten eine spürbare Senkung der Ausgaben.

Der Kreis Olpe, der ebenfalls den Umstieg von Papier auf Tablets plane, rechne mit einer jährlichen Einsparung von rund 11000 Euro, betonte die Drolshagener SPD-Fraktion in einem Antrag für die jüngste Sitzung der Stadtverordnenversammlung.

Und die Erfahrungen, die zum Beispiel die Stadt Olpe und die Gemeinde Finnentrop mit dem papierlosen Sitzungsdienst gemacht hätten, seien „durchweg positiv“, so Drolshagens SPD-Fraktionschef Tobias Brömme.

Auf Betreiben der SPD hat die Drolshagener Verwaltung nachgerechnet: Unter der Voraussetzung, dass alle Ratsmitglieder mit von der Partie sind, ließen sich bei Porto, Papier und Druck jährlich rund 2 400 Euro einsparen. Hinzu käme ein geringerer Personalaufwand für Druck und Versand der Sitzungsunterlagen und Niederschriften in Höhe von rund 5 400 Euro.

Diesen Einsparungen von insgesamt 7 900 Euro ständen insgesamt 4 165 Euro an jährlichen Ausgaben gegenüber: für die Anschaffung der Software inklusive Support und den Kauf der Tablets.

Unter dem Strich ergibt sich mithin ein maximales Einsparpotenzial von 3 735 Euro.

Weitere Einsparungen in Höhe von etwa 250 Euro pro Jahr könnten nach Darstellung der Verwaltung dadurch entstehen, dass große Druckwerke wie der Haushaltsplan und die Jahresrechnung ebenfalls über das System zur Verfügung gestellt werden.

Völlig papierlos geht es nicht

Zu nachhaltigen Personalkosteneinsparungen führe der papierlose Sitzungsdienst allerdings nicht, betonte die Stadtverwaltung. Denn die Mitarbeiter in der Hausdruckerei seien zum Beispiel auch mit Aufgaben in der Telefonzentrale und der Poststelle befasst. Außerdem könne bei der Erstellung der Sitzungsunterlagen für die sachkundigen Bürger und Bürgerinnen nicht auf Papier verzichtet werden.

Nachdem in der Stadtverordnetenversammlung damit alle finanziellen Gesichtspunkte geklärt werden konnten, einigten sich SPD, CDU, UDW und UCW darauf, das Für und Wider des papierlosen Sitzungsdienstes erneut fraktionsintern auf den Prüfstand zu stellen.