Mit Reinhard Heer unterwegs im Dräulzer Land

Der kleine Rundweg beginnt und endet in Drolshagen. Er ist 8,5 Kilometer lang.
Der kleine Rundweg beginnt und endet in Drolshagen. Er ist 8,5 Kilometer lang.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Hexe von Steupingen? Schon mal gehört! Peter Butz, Stadtkämmerer von Drolshagen? Völlig unbekannt! Alte Sagen, Geschichte und Kultur begegnen dem Wanderer auf dem kleinen Drolshagener Rundweg allenthalben.

Kreis Olpe.. Hexe von Steupingen? Schon mal gehört! Peter Butz, Stadtkämmerer von Drolshagen? Völlig unbekannt! Alte Sagen, Geschichte und Kultur begegnen dem Wanderer auf dem kleinen Drolshagener Rundweg allenthalben. Und Reinhard Heer, lange Jahre Vorsitzender der SGV-Abteilung Drolshagen, ist ein kundiger Führer auf dieser - wie er es nennt - „ondulierten Strecke“.

Streit an der Grenze

Damit gemeint ist, dass es wellenförmig auf und ab geht, aber nur kurze Anstiege zu meistern sind. Wir sind unterwegs im Dräulzer Land. Ausgangspunkt ist die Breite Wiese. Hier kann man parken, die 8,7 Kilometer lange Strecke ist eher leicht und führt zum Ausgangspunkt zurück.

Unterwegs mit dem SGV Bald schon ist Wormberg erreicht. Ganz in der Nähe soll die Hexe von Steupingen (oder Steipingen?) gelebt haben. Reinhard Heer überlegt, ob es sich vielleicht um eine Druidin / einen Druiden gehandelt haben könnte. Denn hier - an der Grenze zum Frankenland - standen sich Christen (Franken) und Heiden (diesseits der Grenze) gegenüber. An dieser Grenze gab es sicher eine dornenbesetzte Hecke (wie eine Ortsbezeichnung etwas später auf dem Weg bezeugt). Größter Kultort der Südgermanen war Wormbach. Und von Wormberg aus kann man in Richtung Wormbach blicken, was für Reinhard Heer für eine Beziehung zwischen den beiden Orten spricht.

Ganz neue Eindrücke

Auf dem abwechslungsreichen Weg - Berge, Tal und Bachlauf - bieten sich wunderschöne Ausblicke in die umgebende Landschaft. Hier gibt es noch viel Landwirtschaft und Kyrill hat für ganz neue Waldeindrücke gesorgt.

Zu den Anlaufpunkten am Weg gehört sicher auch das (Hecken-)Labyrinth nahe Drolshagen, ein Blick in einen Steinbruch (rechts vom Weg, kurz vor Gipperich) sowie Gipperich selbst - wenigen Häusern idyllisch zwischen Wald und Feld gelegen. Etwas weiter begegnet dem Wanderer ein einzelnes Haus, das als Wegmarke dienen kann. Hier verlässt man den kleinen Rundweg (mit einem kleinen „d“ gekennzeichnet, siehe Karte) und lässt das große Holzkreuz mit der Inschrift „Mensch bedenk die Ewigkeit“ links liegen.

Bewegte Geschichte

Weiter geht es, bis sich der Blick auf Belmicke öffnet. Der Ort gehört nicht mehr zum Kreis Olpe, erinnert aber mit einem Gedenkstein in der Nähe der Kirche an Peter Butz. Er war im 30-Jährigen Krieg Kämmerer der Stadt Drolshagen. „Er hat angeblich vor dem Ansturm der Schweden die Stadtkasse nach Belmicke in Sicherheit gebracht“ sagt Reinhard Heer. Geholfen hat es letztlich beiden nicht (siehe eigenen Bericht auf dieser Seite).

Die Pause in der SGV-Hütte oberhalb von Benolpe kommt wie gerufen. Hier sind wir nicht allein, denn es wird rund um die Hütte für ein ordentlich-sauberes Erscheinungsbild gesorgt. Schließlich ist sie jeden ersten Sonntag im Monat von 14 bis 18 Uhr geöffnet (bis Oktober) und bietet Wanderern Gelegenheit für eine Verschnaufpause mit Getränken und selbst gebackenem Kuchen.

Durch die Wiese

Knapp 260 Mitglieder hat die SGV-Abteilung Drolshagen und eine bewegte Geschichte. 1892 wurde sie gegründet, 1956 schien das endgültige Ende gekommen. 1992 allerdings wurde sie wiederbelebt und hat sich sehr positiv entwickelt, was sicher auch an der engagierten Vereinsführung durch Reinhard Heer gelegen hat.

Mittlerweile hat er den Vorsitz abgegeben und „hält sich raus“, wie er selbst sagt, um nicht in den Verdacht zu geraten, den „Neuen“ Vorschriften machen zu wollen.

Von der Hütte aus geht es weiter an Benolpe (links des Weges) vorbei und dann - Achtung: es geht kurze Zeit später nach rechts quasi durch die Wiese - weiter zurück in Richtung Wormberg. „Hier gab es früher ausgedehnte Sümpfe“, erzählt Reinhard Heer. „Das ist ein weiterer Hinweis auf eine frühere Kultstätte, denn Sümpfe waren für heidnische Bräuche von großer Bedeutung.“ Kommt man wenig später (auf der anderen Straßenseite) wieder in den Wald, sieht man links des Weges an einem Hang zum Teil freiliegende Felsen, sozusagen den Hausfelsen der Hexe von Steupingen.

Am Bachlauf vorbei geht es zurück in Richtung Drolshagen, im Ort über die kleine Brücke und der Ausgangspunkt ist wieder erreicht. Wer möchte findet in Drolshagen ein gastronomisches Angebot, das Groß und Klein die passende Stärkung nach einer abwechslungsreichen Wandertag bietet.