Mit Pallottinern 100 Jahre eng verbunden

Olpe..  „Die Liebe Christi drängt uns“ – dieser Wahlspruch der Ordensgemeinschaft der Pallottiner wird seit 100 Jahren in Olpe gelebt. Denn seit 1915 leben und wirken die Brüder und Priester der Pallottiner in Olpe.

Bei der Suche nach einem neuem Ort für die theologische Hochschule in Deutschland kam Olpe als Standort ins Gespräch. In Olpe selbst stießen die Pläne auf eine positive Resonanz bei Pfarrer Hirschmann, Bürgermeister Sommerhof und Geheimrat Freusberg. 1914 genehmigte der Preußische Staat die Ansiedlung der Pallottiner und am 9. April 1915 wurde der Kaufvertrag für ein Grundstück im Osterseifen unterschrieben.

Beeindruckende Reaktion

Der Bau begann, doch der 1. Weltkrieg brachte ihn ins Stocken. Nach Ende des Krieges 1918 wurde eine neue Hochschule nicht mehr gebraucht und der Neubau wurde deutlich kleiner als geplant, 1928 fertig gestellt. Es diente zur Ausbildung des Pallottiner-Nachwuchses und als Exerzitienhaus. Zusätzlich wurden von den Olper Pallottinern Volksmissionen gehalten und die bis heute erhaltenen Tätigkeiten als Priester in den umliegenden Ortschaften der Region.

Im Dritten Reich konnten sich die Pallottiner auf die Hilfe und Unterstützung der Olper Bevölkerung verlassen. Beeindruckend bleibt deren Reaktion auf die Beschlagnahmung des Pallottiner-Klosters am 19. Juni 1941. Gretel Kemper hält dazu im Heimatbuch fest: „Obwohl es niemandem im Pallotti-Haus möglich war zu telefonieren, wurde in Olpe bald bekannt, was im Kloster geschah.

Die Olper strömten zum Osterseifen. Männer und Jugendliche bewaffneten sich mit Knüppeln und Stöcken, Schimpfworte wie „Halunken“ und „Lumpen“ sind später im Bericht des Oberstaatsanwaltes vermerkt.

Erregte Menschen lasen Steine auf und warfen sie auf die Beamten der Gestapo, so dass auch Fenster des Klosters entzwei gingen. Einige Jugendliche wurden von der Gestapo geschlagen, aber auch ein Beamter verprügelt. Erst nach Mitternacht zog sich die Menge zurück.“ Auch wenn die Beschlagnahmung nicht zurückgenommen wurde, so zeigt es doch die Verbundenheit der Olper mit ihrem Kloster. 1945 nahmen die Pallottiner ihre Arbeit wieder auf.

Noch vier Mitbrüder

Ein weiterer Einschnitt für das Haus war die Verlegung des Noviziates im Jahr 1969. Fortan wurde verstärkt im Bereich der Jugendbildungsarbeit gewirkt. 1984 wurde das alte Wirtschaftsgebäude zum Jugendhof im Pallotti-Haus umgebaut. 2004 wurde im Pallotti-Haus das Geistliche Zentrum gegründet, das jedoch nicht lange bestehen blieb. Denn mit dem Verkauf des Pallotti-Hauses und der sich anschließenden Umwandlung in ein Seniorenzentrum, das im Juni 2009 eröffnet wurde, hatten sich die Rahmenbedingungen geändert.

Heute leben im „WohnGut“ noch vier Mitbrüder, die in folgenden Seelsorgsbereichen tätig sind: Beicht- und Gesprächsseelsorge, Einkehrtage und Exerzitien, Geistliche Begleitung von Gruppen (z.B. Ordensschwestern, Kreuzbund, Förderer und Wohltäter) und die Kranken- und Altenseelsorge.

Am 25. Januar soll für die letzten einhundert Jahre in einem Gottesdienst um 10 Uhr Danke gesagt werden für eine segensreiche Zeit des Wirkens, die Treue der Olper zu den Pallottinern und das Mitgehen Gottes durch alle Wirren der Zeit. Zu diesem Festakt sind schon jetzt alle Freunde der Pallottiner herzlich eingeladen.