Mit Otmar Schneider von Oberveischede nach Bilstein wandern

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Was wir bereits wissen
Die richtige „Schere“ hat er immer dabei. Und schon auf den ersten Metern wird deutlich, wofür er sie braucht. „Das ist alles ziemlich gewachsen“, sagt er, greift zur Schere, schneidet mal hier und mal da und schon wird das Wegezeichen auf dem Baum wieder sichtbar. Otmar Schneider selbst käme ohne diese Zeichen aus. Andere Wanderer aber nicht. Er ist am ersten Wandertag der Wanderführer.

Kreis Olpe.. Die richtige „Schere“ hat er immer dabei. Und schon auf den ersten Metern wird deutlich, wofür er sie braucht. „Das ist alles ziemlich gewachsen“, sagt er, greift zur Schere, schneidet mal hier und mal da und schon wird das Wegezeichen auf dem Baum wieder sichtbar. Otmar Schneider selbst käme ohne diese Zeichen aus. Andere Wanderer aber nicht. Er ist am ersten Wandertag der Wanderführer.

Es ist der erste „Wandertag“ unserer Zeitung in diesen Sommerferien. Treffpunkt ist die Bushaltestelle in Oberveischede vor der Kirche. Mit der Linie SB3 kann man im Stundentakt von Olpe über die Griesemert oder von Altenhundem über Bilstein und Kirchveischede anreisen. Aussteigen sollte man an der Haltestelle Fahrrad Hacke an der Oberveischeder Kirche. Dann orientiert man sich am Wanderzeichen für den Oberveischeder Sonnenpfad - ein V im Kreis. das erste klebt an einen Straßenlaterne. Es geht durch eine Unterführung und dann zunächst weiter auf der Straße (Wanderzeichen an der Laterne). „Für Wegezeichen muss man einen Blick entwickeln“, gibt Otmar Schneider all denen einen Tipp, die auf einem der zwölf Wege, die wir in der Serie vorstellen wollen, wandern wollen. Manchmal muss man genau hingucken. Recht hat er, denn schon geht es links ab.

Großartige Ausblicke

Weiter führt der Weg durch Wiesen und Felder bis an die Straße, die Oberveischede mit Mecklinghausen und dem Repetal verbindet. Nach Überquerung der Straße kommt man in ein Waldstück und muss - Achtung Wegezeichen! - auf eine an diesem Tag gerade frisch gemähte Wiese wechseln, vorbei an einem Hochsitz. Der Wanderweg lebt von der Natur. Ist man erst mal eine Stück weit gegangen, bieten sich immer wieder großartige Aussichten auf die umliegenden Wälder und Täler. Was aber auch etwas über den Streckenverlauf aussagt. Da gibt es schon die eine oder andere Steigung. Otmar Schneider genießt diese Berge und Täler und meint: „Die schönste Wanderzeit ist eine Stunde vor dem Sonnenaufgang.“

Aber auch an diesem Nachmittag ist das Angebot an „Natur und Landschaft“ ein Genuss für die Augen. Die Ruhe wird nur von Vogelgezwitscher und ab und an einem Rascheln im Unterholz unterbrochen - oder seltener einem Radfahrer. Otmar Schneider hat mit ihnen kein Problem. „Die wollen auch nur die Natur genießen“, sagt er.

Erinnerung an die Kelten

Zwischenstation ist das Jäckelchen. Hier lohnt sich ein Abstecher: Lässt man den Bauernhof rechts liegen, kommt man wenige Meter weiter an einen nach rechts abzweigenden Weg, für den eine alte Wallanlage „aufgeschnitten“ wurde. „Hier gab es mal eine Wallburg“, sagt Otmar Schneider, „möglicherweise aus der Zeit der Kelten.“

In der Nähe treffen sich Lennestädter, Attendorner und Repetaler Rundweg mit dem Veischeder Sonnenpfad. Auf einer Bank steht die Nummer A366. Die Bedeutung erklärt Otmar Schneider: Anhand dieser Kennzeichnung weiß man in der Rettungsleitstelle in Olpe genau, wo sich der Anrufer befindet. Die Sicherheit auf den Wanderwegen ist also auch im Notfall gewährleistet. Sicher unterwegs ist man von hier aus auch dank der übersichtlichen Wegezeichnung. Hier stehen Schilder mit genauen Kilometerangaben und den Zielorten, in der Richtung verlaufen kann man sich kaum.

Bergab Richtung Burg

Vom Jäckelchen geht es weiter Richtung Bilstein. Die Jugendburg Bilstein Anlaufpunkt auf dem Wanderweg, den man natürlich auch anders herum gehen kann. Doch vor das Ziel der heutigen Wanderung hat die Natur einen recht steilen Aufstieg gesetzt.

Otmar Schneider blickt derweil in die Historie. In der Nähe seht das Haus Hengstebeck, dass den Fürstenbergs von Burg Schnellenberg gehört. Es liegt idyllisch quasi an der Strecke. Irgendwann ist diese Steigung geschafft und es geht bergab - Richtung Burg.

Für Otmar Schneider war diese Wanderung vermutlich so etwas wie ein Appetithäppchen. 2005 ist er von Grevenbrück nach Konstanz gewandert, 44 Tage war er unterwegs. Die ersten Tage, ohne „Strecke machen“ zu wollen. „Man muss“, so seine Erfahrung, „es die ersten Tage langsam angehen lassen, 15, 16 Kilometer, vielleicht ein bisschen mehr.“ Nach ein paar Tagen darf die Strecke dann auch etwas länger sein.

Und wie viele Kilometer schafft man in der Stunde. „Drei bis dreieinhalb“, sagt er. Es sei denn, es kommt auf Geschwindigkeit an. Aber das ist am Wandertag unserer Zeitung nicht der Fall. Da geht es um die Schönheiten der Natur, um Besonderheiten an Wegesrändern, die man leicht übersehen kann.

Fazit der ersten Wanderung: Es lohnt sich, die Wanderschuhe mal zu Hause anzuziehen und nicht vorher kilometerweit zu fahren, um dann auf einem „Highway“ im Wald mit Dutzenden anderen Wanderern quasi um die Wette zu laufen. Auf diesem Weg sind wir nicht einmal einer Handvoll Menschen begegnet. Natur pur – ganz nah und doch weit weg vom Alltagsstress.