Mehr Mitarbeiter für gute Versorgung

Zahlreiche Mitarbeiter machten mit Trillerpfeifen und einem Lied auf die Personalsituation in den Krankenhäusern in Olpe und Lennestadt aufmerksam.
Zahlreiche Mitarbeiter machten mit Trillerpfeifen und einem Lied auf die Personalsituation in den Krankenhäusern in Olpe und Lennestadt aufmerksam.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
In den Krankenhäusern fehlen Mitarbeiter. Die Gewerkschaft ver.di spricht sogar von Personalnotstand. Gestern demonstrierten auch in Olpe Krankenhaus-Mitarbeiter vor dem Hospital.

Olpe..  162 000 Beschäftigte - davon allein 70 000 in der Pflege - demonstrierten gestern bundesweit vor „ihren“ Krankenhäusern. Vor dem Olper Martinus-Hospital machten 167 Mitarbeiter der Katholischen Hospitalgesellschaft am Aktionstag von ver.di „den Personalmangel sichtbar“. Denn an den Krankenhäusern in Olpe und Lennestadt „fehlen 167 Mitarbeiter vom Reinigungspersonal bis zum Arzt“, machte Michael Wosnitza, Vorsitzender der Mitarbeitervertretung deutlich. Im Vorfeld hatte ver.di jedem Krankenhaus die genaue Zahl der fehlenden Mitarbeiter mitgeteilt. „Am meisten betroffen“, so Wosnitza, „ist die Berufsgruppe der Pflege.“

Mitten unter den Demonstranten stand Geschäftsführer Wolfgang Nolte. Er unterstützt das Anliegen der Mitarbeiter und forderte „gemeinsam dafür Sorge zu tragen, dass es den Krankenhäusern bald wieder besser geht“. Diese Hoffnung habe er nicht aufgegeben, auch wenn der seit 2013 gezahlte Versorgungszuschlag für die beiden Krankenhäuser in Höhe von 500 000 Euro pro Jahr künftig wegfalle.

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft hatte im Vorfeld ihre Mitgliedsunternehmen aufgerufen, die ver.di-Aktion zu unterstützen, weil es grundsätzliche Übereinstimmung mit ver.di gebe.

Ziel der Aktion ist es, der Gesundheitsministerkonferenz der Länder vor Augen zu führen, was notwendig wäre, um eine gute Versorgungsqualität sicherzustellen. Wosnitza fasst die Forderungen so zusammen: Nötig ist eine gesetzliche Personalbemessung (inklusive deren Finanzierung. Eine Expertenkommission soll den Bedarf für die jeweiligen Berufsgruppen ermitteln. Es muss sichergestellt sein, dass die Pausenvorschriften eingehalten werden können und dass bei Nacht- und Wochenenddiensten mindestens zwei Pflegefachkräfte eingesetzt werden. Außerdem müssen Intensivstationen nach den Standard der Fachgesellschaft besetzt werden und Krankenhäuser über ihre Personalausstattung berichten.

Der Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Reform der Strukturen der Krankenhausversorgung thematisiert laut ver.di viel zu wenig, dass für eine gute Versorgungsqualität eine ausreichende Menge an Personal vorhanden sein müsse. Der 118. Deutsche Ärztetag habe sogar von einem Pflegenotstand gesprochen. Auf einem Banner vor dem Krankenhaus Olpe las sich das so: „Mehr von uns ist besser für alle“.

ver.di malt ein düsteres Bild der Lage, spricht von patientengefährdenden Situationen, Notbesetzungen, Nichteinhaltung der Hygienevorschriften, fehlender Zeit für die Lagerung und Mobilisierung von Patienten und nicht zeitgerechter Verabreichung von Medikamenten: „Der Pflegenotstand ist längst da. Die Not ist so groß wie die Anzahl der Demonstranten.“

Und die sangen in Olpe gestern - etwas abgewandelt - ein bekanntes Lied: „Zehn kleine Pflegerlein“. Genau wie im Original ging auch deren Zahl stetig zurück.