Mehr Interesse für Platt wäre wünschenswert

Kreis Olpe..  Platt sprechen kann Wilhelm Dyckerhoff nicht. Trotzdem sagte der Geschäftsführer der Firma dy-pack in Gerlingen sofort zu, als Klaus Droste ihn fragte, ob er das 26. Heft „Op Platt“ sponsern würde. „Ich freue mich, dass ich dabei sein durfte“, sagte Dyckerhoff bei der Vorstellung des Hefts im Kreishaus.

Die Reihe „Op Platt“ mit Mundarttexten aus den Kreisen Olpe und Hochsauerland wird herausgegeben vom Mundartarchiv Sauerland mit Sitz in Cobbenrode. Sie basiert auf Interviews des Sprachwissenschaftlers Dr. Werner Beckmann mit Platt-Sprechern. In den Heften sind die Interviews nachzulesen und liegen - auf beigefügter CD - in gesprochener Form vor.

Seit dem Jahr 2000 läuft das Projekt, 250 Interviews wurden geführt. Die Reihe soll das gesprochene Platt für die Nachwelt erhalten und hat kulturgeschichtliche Bedeutung, sagt Klaus Droste, ehrenamtlicher Geschäftsführer des Trägervereins. In 50 bis 100 Jahren könnten sie „eine wichtige Quelle der Sprachforschung“ werden. Allerdings läuft den Akteuren die Zeit davon, weil es immer weniger Menschen gibt, die ein originales, unverfälschtes Platt sprechen.

Interviewpartnerin für das 26. Heft war Maria Hütte aus Drolshagen. Sie wurde 1926 in Hützemert geboren, machte eine Lehre als Damenschneiderin und arbeitete in diesem Beruf in vielen Drolshagener Häusern in ständigem Kontakt mit dem Platt. Am 23. Juli 1979 gründete sie mit Gleichgesinnten die Plattdeutsche Runde Drolshagen und war mehr als 25 Jahre deren Leiterin. Sie übertrug etwa 40 Volkslieder und einige Lieder religiösen Inhalts ins Platt, verfasste Gedichte und schrieb mehr als ein Jahrzehnt lang die plattdeutschen Anekdoten für die Dräulzer Klatschbasen. Im September 2007 starb sie.

Vorzeigeprojekt für ganz Deutschland

Die Plattdeutsche Runde existiert heute noch. „Wir sind eine junge Gruppe mit einem Durchschnittsalter von 60“, sagte Heinz Stachelscheid im Kreishaus und machte darauf aufmerksam, dass auch die Maiandacht am Donnerstag auf Maria Hütte zurück gehe.

Klaus Droste würde sich - vor allem in den Schulen - durchaus mehr Interesse für die Heftreihe, immerhin ein Vorzeigeprojekt für ganz Deutschland, wünschen. Deshalb werden alle Schulen beliefert in der Hoffnung, dass daraus mal ein Klassenprojekt werden könnte. Auch Wilhelm Dyckerhoff findet das Projekt und das Platt „richtig spannend“.

Erhältlich ist das Heft inklusive CD zum Preis von fünf Euro beim Kreisarchiv oder bei der VHS des Kreises Olpe. Bestellen kann man es auch per Email: mundart@gmx.net