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Man muss dort gewesen sein, um zu verstehen

24.01.2015 | 00:11 Uhr

Attendorn. „Man muss Auschwitz selbst gesehen haben, um die Ausmaße des Holocaust verstehen zu können.“ Zu diesem Fazit kamen die Schülerinnen und Schüler der Geschichtsleistungskurse der Jgst. Q2 des Rivius- und des St.-Ursula-Gymnasiums, die kürzlich fünf Tage in der internationalen Jugendbegegnungsstätte im historischen Auschwitz, dem heutigen Oswiecim, in Polen verbrachten. Im Rahmen der Studienfahrt besichtigten die 32 Jugendlichen gemeinsam mit sechs Begleitpersonen das Stammlager Auschwitz I und das Vernichtungslager Auschwitz – Birkenau. Zusätzlich wurde die nahegelegene Stadt Krakau besucht, in der die Schüler dem Zeitzeugen Tadeusz Sobolewicz begegneten, die ehemalige Schindler-Fabrik besichtigten und in dem früheren jüdischen Viertel Kazimierz die jüdische Kultur kennenlernten.

Mit dem Flug nach Kattowitz begann für die Schüler der Attendorner Gymnasien eine Reise zurück in die Geschichte. Viele von ihnen nutzten die Zeit und Gelegenheit, sich über ihre jeweiligen Erwartungen und Vorstellungen auszutauschen. Schon hier wurde klar, dass sich jeder individuell und teils komplett gegensätzlich mit dem Thema Holocaust auseinandersetzen würde. An der Jugendbegegnungsstätte in Auschwitz angekommen, stellten sich die Vertreter der „Stätte der Begegnung“ aus Vlotho, welche die Fahrt organisiert hatte, vor und gaben einen Überblick über den Zeitplan der folgenden Tage sowie eine kurze Einführung ins Thema.

Zum Museum umgebaut

Der nächste Tag begann mit dem Besuch des Konzentrationslagers Auschwitz I. Das Stammlager ist in den größten Teilen noch erhalten geblieben und stellenweise zu einem Museum umgebaut worden. In den einzelnen Blöcken befinden sich Ausstellungen mit verschiedenen Schwerpunkten. Durch die Führung durch das Lager bekamen die Schüler einen detaillierten und schockierenden Einblick in die Verbrechen des NS-Regimes. Im Anschluss hatten sie die Möglichkeit, sich in Reflexionsgruppen über das Erlebte und die Eindrücke auszutauschen. „Man muss sich klar machen, dass in Auschwitz 1,3 Millionen Individuen gestorben sind. Jeder dieser Menschen hatte seine eigene Geschichte und sein eigenes Schicksal“, äußerte ein Schüler betroffen.

Am folgenden Tag stand die Besichtigung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau im Mittelpunkt. Im Gegensatz zum Stammlager, in dem man durch die Ausstellungen auf emotionale Weise angesprochen wurde, überwältigte Birkenau durch seine unvorstellbare Größe. Die Kälte, der Regen und der starke Wind unterstützten die Atmosphäre des „größten Friedhofes der Welt“.

„Obwohl wir vier Stunden durch Auschwitz- Birkenau gelaufen sind, konnte ich die Dimension dieser industrialisierten Vernichtungsanlage kaum erfassen“, stellte eine Schülerin am Endeemotional fest.

Tagesausflug nach Krakau

Nach den zwei Tagen in Auschwitz stellte der Tagesausflug nach Krakau einen Ausgleich dar. Das Museum in einer früheren Emailwaren-Fabrik in der Nähe des ehemaligen jüdischen Ghettos dokumentierte die Rettung von über 1000 Juden durch den Fabrikbesitzer Oskar Schindler auf sehr anschauliche Art.

Zum Ende des Tages fand die Gruppe sich in einem jüdischen Restaurant zusammen, das die jüdische Kultur in Form von traditioneller Küche und Musik präsentiert. Die Studienfahrt erhielt mit diesem Abend einen positiven Ausklang.

Am letzten Tag standen die Schüler dann vor der Wahl zwischen verschiedenen Vertiefungsangeboten, wie zum Beispiel dem Besuch einer Kunstausstellung eines Holocaust-Überlebenden oder der kreativen Auseinandersetzung zur Verarbeitung der Erlebnisse.

Jamin Laufenbergund Esther Stangier

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2015-01-24 00:11
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