Mai-Altärchen sind ein uralter Brauch

Welschen Ennest..  Es ist ein Brauch, der langsam auszusterben scheint: In fast allen katholischen Haushalten wurde früher im Wonnemonat ein Mai-Altärchen errichtet. Meist im Hausflur. Die kleine Andachtsstelle stand damit im Zentrum des familiären Lebens, Jung und Alt mussten hier vorüber. Oftmals hielten Kinder und Erwachsene hier einige Augenblicke inne.

An den Brauch erinnert sich Werner Hesse aus Welschen Ennest. Und auch daran, dass dieses Zeichen der Frömmigkeit rapide zurückgeht. „Viele, besonders die jüngeren Generationen, wissen heutzutage überhaupt nichts mehr über die alten Mai-Altärchen“, so Hesse. In einem Gespräch mit Andrea Kemper wusste diese von der alten Brauchtumspflege zu berichten:

„In unserem Haus gibt es noch heute einen Mai-Altar. Seit mehr als 45 Jahren pflegt meine Mutter diese alte Tradition. Ich habe als Kind gelernt, dass man für diese kleine Andachtsstelle nur Zweige und Blumen aus Wald und Flur verwendet, niemals aber Gartenblumen.“

Noch heute erfreuen sich die Mai-Altärchen zum Beispiel in Bayern großer Beliebtheit. Die katholischen Kirchen und Kapellen werden dann mit Hortensien und allerlei Frühlingsblumen geschmückt.

Entstanden sind die damit verbundenen Maiandachten aus barocker Frömmigkeit. Den gesamten Mai hindurch stehen die Altärchen in den Häusern katholischer Familien. Denn dieser Monat wird von der katholischen Kirche als Marienmonat gefeiert.

Die erste Maiandacht wurde im Jahre 1841 im Kloster der Guten Hirtinnen in München-Haishausen gefeiert. Im hiesigen Kerspel ist die Wallfahrtskirche auf dem Kohlhagen zentrale Anlaufpunkt der Marienverehrung mit Wallfahrten und Maiandachten.