Luisa war die perfekte Königin

Schützenkönigin Luisa Bayer und Matthias Reichstein, 2. Vorsitzender der Römershagener Schützen, standen uns Rede und Antwort.
Schützenkönigin Luisa Bayer und Matthias Reichstein, 2. Vorsitzender der Römershagener Schützen, standen uns Rede und Antwort.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Thema Schützenköniginnen-Wettbewerb der Westfalenpost: Interview mit der Vorjahres-Kreissiegerin Luisa Bayer und dem 2. Vorsitzenden des Vereins, Matthias Reichstein.

Kreis Olpe..  Es ist wieder soweit: Ab sofort können sich Schützenvereine auch aus dem Kreis Olpe mit ihren Schützenköniginnen für den Wettbewerb der WESTFALENPOST bewerben. Unter www.wp-koenigin.de sind die Modalitäten detailliert aufgeführt. Wichtig ist, dass die Königin und ihr Verein die meisten Stimmen bekommen. Vom 14. bis 30. September findet die Qualifikationsphase statt, vom 30. September bis 7. Oktober steigt je Region ein Finale der ersten zehn Schützenköniginnen. Im vergangenen Jahr konnte Römershagens Königin Luisa Bayer die Herzen der Schützen für sich gewinnen, und das, obwohl ihr Verein vermutlich der kleinste im ganzen Kreis ist. Luisa Bayer (19) und der 2. Vorsitzende des Vereins, Matthis Reichstein, standen uns vor dem Start des diesjährigen Wettbewerbs Rede und Antwort.

Wie sind Sie auf unseren Wettbewerb aufmerksam geworden?

Luisa Bayer: Ich hab’ den Wettbewerb schon vorletztes Jahr verfolgt, in der Westfalenpost und auf Facebook und hab gedacht: Ja, cool. Zuerst hab’ ich allerdings geglaubt, mit einem so kleinen Verein hat man bestimmt keine Chance. Aber viele Bekannte und Freunde haben mich bestärkt und gesagt: ,Mach doch einfach mal mit. Kannst ja nichts verlieren. Und dann hab’ ich’s einfach mal gemacht.

Wie schafft man es, als Mini-Verein so viele Stimmen zu bekommen?

Matthis Reichstein: Man muss die beste Königin haben. Und mit Luisa hatten wir die perfekte Königin.

Spielt das Aussehen die wichtigste Rolle?

Reichstein: Nein, ich glaube eher die Gesamterscheinung. Die optische Komponente ist natürlich wichtig, aber auch das Wesen, die Herzlichkeit, Offenheit.

Wie bringt man das rüber?

Reichstein: Das strahlt Luisa schon aus. Man sieht das auch auf den Fotos.

Haben Sie einen Profi- Fotografen beauftragt?

Bayer: Das waren vor allem private Fotos, die wir auf dem Schützenfest geschossen haben. Aber mit Marina Schneider haben wir auch eine professionelle Fotografin während des Schützenfestes.

Gab’s denn einen besonders sachkundigen Web-Designer, der geholfen hat?

Reichstein: Mein Bruder Martin ist unser Internet-Spezialist, er macht generell viel für unsere Internet-Präsenz.

Welche Tipps haben Sie als Kreissiegerin für die diesjährigen Bewerberinnen?

Bayer: Wichtig sind natürlich die Fotos, aber auch im Text muss man genau erklären, warum man es denn werden will und es werden sollte, warum es einem Spaß macht. Irgendwie sollte rüberkommen, dass man vielleicht doch ein bisschen besonders ist.

Welches war der Hauptgrund für Sie, überhaupt Königin zu werden?

Bayer: Ich wollte das schon immer, war schon als Kind zweimal Kinderkönigin, zwei Jahre hintereinander. Ich hab’ mir jedes Jahr Kleider angeguckt und gedacht: ,Das wär mal toll.’

Konnte man diese Begeisterung während des Festes bemerken?

Reichstein: Das war der entscheidende Punkt, dass Luisa das von vorne bis hinten ausgestrahlt hat, dass sie mit Herz und Seele hinter dem Schützenfest steht, aber auch hinter unserem ganzen Dorf. Das hat man wirklich gespürt. Sie war mit 120 Prozent bei der Sache.

Wie wichtig ist die Kleiderwahl?

Bayer: Die Kleider finde ich ziemlich wichtig. Die schauen sich viele Leute, die sich für den Wettbewerb interessieren, auch an.

Haben Sie reichlich Werbung auch bei anderen Vereinen gemacht?

Reichstein: Wir haben gut mobilisieren können. Vor allem bei der Endrunde haben wir gezielt, vor allem bei den Vereinen im Wendschen, die Werbetrommel gerührt. So nach dem Motto: Luisa für den Kreis Olpe.

Welche Rolle hat das Internet gespielt?

Reichstein: Wir haben Richtung Web 2.0 und Facebook sehr stark mobilisieren können, da sind wir gut aufgestellt. Wir haben aber auch eine ganz tolle Jugendarbeit hier im Dorf und konnten gerade in Richtung ,neue Medien’ für die Internetabstimmung einiges reinholen.

Ohne Facebook geht also vor allem für kleine Vereine kaum etwas?

Bayer: Ja, sicher, aber wir haben auch Flyer gedruckt, schon während der ersten Runde. Die haben wir hier im Dorf aufgehängt und in den Nachbarorten, aber auch verteilt.

Wie ist es gelungen, nach der ersten Runde die Leute noch mal zum Abstimmen für die zweite Runde zu bewegen?

Bayer: Wir haben gesagt: Danke schon mal für die Unterstützung, jetzt brauchen wir aber noch mal Eure Hilfe. Wir hatten dann schon das Gefühl, dass die meisten schon vom Wettbewerb gepackt waren und mitgefiebert haben. Ich glaube, dass fast alle, die in der ersten Runde mit dabei waren, in der zweiten Runde auch mitgestimmt und sogar Werbung für weitere Stimmen gemacht haben. Ich hatte darauf auch immer hingewiesen und gesagt: Jetzt müssen wir noch mal alle ran.

Also hatte Sie schon so richtig der Ehrgeiz gepackt?

Bayer: Auf jeden Fall. Gerade am Anfang, wo man die Stimmen verfolgen konnte.

Reichstein: Das war auch ein großer Ansporn. In der ersten Runde lagen wir ja noch auf Platz zwei auf Kreis-Ebene. Und dann entwickelte sich der Ehrgeiz: ,Wir als kleines Kaff haben es so weit gebracht, jetzt wollen wir es erst recht. Wir sind ja meines Wissens, wenn man den Schützen-Club Scheiderwald rausrechnet, der kleinste Verein im Kreis.

Bei so überschaubaren Mitgliederzahlen - haben Sie im Verein keine Probleme, ehrenamtliche Funktionsträger zu finden oder Schützenkönige?

Reichstein: Nein, wir haben eine so tolle Dorfgemeinschaft, dass wir da sehr gut aufgestellt sind.

Wie viele Einwohner hat Römershagen denn überhaupt?

Bayer: Ich glaube, so um die 200.

Und die sind allesamt Mitglied im Schützenverein?

Reichstein: Es sind rund 170. Aber Dörnscheid und Döingen gehören ja mit dazu. Wir sind die ,DDR’: Dörnscheid, Döingen, Römershagen.