Lothar Epe kritisiert Verwaltung und Kirche

Olpe..  Die Rede war schon fix und fertig geschrieben, die sich CDU-Ratsherr Lothar Epe zum Thema „Regenbogenland“ zurecht gelegt hatte. sich. Da ihn jedoch der Befangenheits-Anruf von Bürgermeister Horst Müller stoppte (wir berichteten), stellte Epe, der gegen die ZUE gestimmt hätte, seine neunseitige Rede unserer Zeitung zur Verfügung.

Warum ist Epe gegen die ZUE? Hauptgründe:
Lagerähnliche Zustände
Fehlende Erfahrungen mit der maximalen Auslastung von 400 Menschen
Inakzeptable Lage mitten in einem Wohngebiet.
Sinkender Marktwert der angrenzenden Immobilien

Die Stadt habe wohl mit ihrer Kalkulation, ohne ZUE kämen Kosten von rund 11 Millionen Euro bis 2020 auf Olpe zu, eine „Schockwirkung“ erzielen wollen. Für Epe ist jedoch sicher, dass sich die Kosten-Aufteilung zwischen Bund, Ländern und Kommunen noch gravierend verändern würden. Dann sei die 11-Millionen-Kalkulation hinfällig.

Gemeinnützige Gesellschaft denkbar

Epe positioniert sich eindeutig für eine dezentrale Lösung mit 200 bis 250 Flüchtlingen im ,Regenbogenland’, dann aber nicht als ZUE wäre, sondern als dauerhafte Wohnstätte für Flüchtlinge. Nur so könnten Menschen integriert werden.

Denkbar sei die Gründung einer gemeinnützigen Gesellschaft, die sich auf Flüchtlingshilfe spezialisiere. Kritik äußert Epe auch an der aus seiner Sicht schweigsamen Haltung der Kirchen: „Wäre es nicht hilfreich gewesen, vor unserer Entscheidung für oder gegen eine Durchgangs-und Massenunterkunft eine Stellungnahme der Seelsorger zum 30-seitigen Alternativkonzept einer dezentralen, dauerhaften, integrationsorientierten Unterbringung zu hören... ?“

Großes Lob zollt Epe der Bürger-Initiative Humanitäre Flüchtlingshilfe in Olpe, die sich sehr sachlich und konstruktiv mit dem Thema auseinandergesetzt habe.