Lennestädter Landwirt dreht Film des Jahres

Kreis Olpe..  Ein „Oskar“ für einen Lennestädter: „Wenn Robbi dem Bauern simst“ von Karl Fischer aus Lennestadt ist Film des Jahres 2014. Er setzte sich mit deutlichem Vorsprung an die Spitze der sechs zur Auswahl stehenden Filme, die von den Mitgliedern des Film- und Video-Clubs Siegerland, dessen Mitglieder auch aus dem Kreis Olpe kommen, gesichtet wurden. Dies war bereits eine Auswahl aller Filme, die sich im Laufe des Jahres am immer währenden Wettbewerb beteiligt hatten. Aus diesen Filmen wurden dann die sechs bestplatzierten Produktionen in das letzte Rennen geschickt, wobei von einem Filmautor immer nur der jeweils beste Film in die Endausscheidung kommt.

Kuh-Management-System

Nun also hat es Karl Fischer mit seinem eindrucksvollen Streifen geschafft. Der Vorsitzende Hans-Peter Gebhardt überreicht ihm den verdienten „Oskar“. Bauer Holger Lorenz, Landwirt in fünfter Generation, hat mit 40 Milchkühen zwar genug Arbeit, aber zu wenig Einkommen, um den Hof für die Söhne zu erhalten. Vergrößern aber geht nur mit Rationalisieren. Ein größerer Stall entsteht und mit ihm ein computergesteuertes Kuh-Management-System. Kühe werden automatisch gemolken, bewegen sich frei zwischen dem Außenbereich, ihrer Box im Stall sowie der Melkstation und entscheiden selbst, wann sie zum Melken gehen. Fischer begleitet den Bau, den Einzug der Kühe in ihren neuen Stall und besonders die hochinteressante Einrichtung des Melkroboters.

Durch den Chip, den jede Kuh ohnehin lange schon trägt, können die Bewegungen der Tiere verfolgt werden. Bei auffälligem Bewegungsmustern einer Kuh schickt Robbi, wie der Bauer seinen Roboter liebevoll nennt, eine SMS auf das Mobiltelefon des Bauern: Dann muss er reagieren. Ein Film der eindrucksvoll in die moderne Landwirtschaft einführt, den Zuschauer immer ganz nah an das Geschehen bringt und das gewisse Fernseh-Image entlarvt, weil er die Landwirtschaft zeigt, wie sie wirklich ist.

Platz zwei ging an Paul Riedel (Kreuztal) für seinen Film „Auf die Plätze fertig los“. Er nimmt den Zuschauer mitten hinein in den Verkehr von Hanoi und anderen Orten in Vietnam. Mopeds, Mopeds, Mopeds: Das muss man gesehen haben. Auf den dritten Platz wählten die Mitglieder „Frühstück mit Tiffany“ von Klaus Dieter Haberkamm (Siegen). Der Titel ist Programm: Der Autor zeigt verschiedene Arten der Tiffany-Glasbearbeitung die einzelnen Fertigungsschritte wie Schneiden, Einfassen Löten und ggf. Brünieren oder Schwärzen. „Es waren viel mehr gute Filme als wir zeigen konnten“, so Hans-Peter Gebhardt. Am 7. Januar 2015 ab 19.30 Uhr werden alle Siegerfilme im Studio des Film- und Video-Club Siegerland (www.fvc-siegerland.de) im Haus Herbstzeitlos, Marienborner Straße 151 gezeigt.