Lennestadt errichtet Flüchtlings-Netzwerk

Die Stadt Lennestadt hat die beiden Wohnhäuser von der Fa. Haub&Schöllnhammer erworben. Das linke, grüne Gebäude wird für die Unterbringung von Asylbewerbern hergerichtet.l
Die Stadt Lennestadt hat die beiden Wohnhäuser von der Fa. Haub&Schöllnhammer erworben. Das linke, grüne Gebäude wird für die Unterbringung von Asylbewerbern hergerichtet.l
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Bis zu 200 Flüchtlinge und Asylbewerber könnten in diesem Jahr der Stadt Lennestadt zugewiesen werden. Die Stadt setzt alles daran, sich für die gewaltigen Aufgaben zu rüsten.

Lennestadt..  Mit dem Besitz und Erwerb von Wohnhäusern in verschiedenen Ortsteilen rüstet sich die Stadt Lennestadt auf einen prognostizierten Ansturm von Flüchtlingen und Asylbewerbern. Bürgermeister Hundt und Sozialamtsleiter Thomas Meier legten neben Prognosen auch Fakten auf den Tisch.

Die Zahl der Flüchtlinge und Asylbewerber steigt kontinuierlich. 2011 kamen 53 000 Menschen nach Deutschland, 21 wurden Lennestadt zugewiesen. 2012: 29 (insg. 78 000), 2013: 48 (127 000) und 2014 100 (200 000). Die Prognosen sprechen von 300 000 bis 500 000 Menschen. Meier: „In diesem Fall müsste Lennestadt in diesem Jahr mit 200 Personen rechnen.“

Menschen, für die Wohnraum, Kleidung, medizinische Versorgung, Kindergärten und Schule bereit gestellt werden müssen. Dabei setzt Lennestadt in besonderem Maße auf drei Aspekte: die dezentrale Unterbringung in den Dörfern der Stadt, auf eine gehörige Portion ehrenamtlichen neben des behördlichen Einsatzes sowie eine Vernetzung der Betreuungs-Angebote.

Derzeit leben 164 Menschen aus 28 Nationalitäten in Lennestadt. Die „Top 10“ der Herkunftsländer:

1. Syrien (31)

2. Kosovo (24)

3. Serbien (23)

4. Albanien und Pakistan (je 8)

6. Marokko und Aserbaidschan(je 7)

8.-10: Mazedonien, Afghanistan und Algerien.

Hundt: „40 Prozent der Menschen kommt aus dem ehemaligen Yugoslawien, 20 Prozent aus Syrien.“ Nach dreitägiger Vorlaufzeit werden die Flüchtlinge in Lennestadt in Empfang genommen.

Rundum-Betreuung

Bis dahin sind Fragen zur Unterkunft, Schule und Kindergarten usw. bereits geklärt. Begleitung zur Ausländer- und anderen Behörden, Vermittlung von Sprachkursen, Hinweise auf Einkaufsmöglichkeiten, die Kontaktierung von Hilfsdienstes, dem internationalen Frauenfrühstück oder später die Hilfe bei der Wohnungssuche - meist sind neben Sozialamt, Gleichstellungs- und Ausländebeauftragte auch jede Menge Ehrenamtler eingebunden.

In städtischen Häusern werden Wohnmöglichkeiten geschaffen. Hundt: „Wir appellieren eindringlich auch an die Kirchen oder karitative Verbände, uns mögliche Unterbringungsmöglichkeiten zu benennen. Wir hoffen auf Wohnraum in anderen Orten wie Bilstein oder Grevenbrück.“

Geringe Akzeptanz

Heinz Vollmer (SPD): Die Grundversorgung ist vorzüglich geregelt, die Akzeptanz in der Bevölkerung lässt noch zu wünschen übrig.“