Leitsystem macht ZOB barrierefrei nutzbar

Die Kritik an der Gestaltung des Blindenleitsystems im Bereich des neuen Olper Busbahnhofes war Thema eines Gesprächs im Rathaus. Sie entsprechen aber den DIN-Vorgaben, sagt die Stadt.
Die Kritik an der Gestaltung des Blindenleitsystems im Bereich des neuen Olper Busbahnhofes war Thema eines Gesprächs im Rathaus. Sie entsprechen aber den DIN-Vorgaben, sagt die Stadt.
Foto: WP
Die Stadt haut auf die scharfe Kritik von Fahrgastverbänden am neuen Zentralen Omnibusbahnhof reagiert. Im Gespräch mit Behindertenverbänden und Blindenverein wurde klar. Die notwendigen Änderungen sind minimal.

Olpe..  Der Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) ist nahezu fertig und wird voraussichtlich Ende 2015 mit der Verkehrsfreigabe der Westumgehung in Betrieb gehen, teilt die Stadt mit.

Im Hinblick auf die Barrierefreiheit des neuen ZOBs wurden intensive Abstimmungen mit dem Arbeitskreis Barrierefrei und Vertretern der örtlichen Behindertenverbände sowie dem Ordnungsamt der Stadt Olpe und der Kreispolizeibehörde geführt. Änderungen und Ergänzungen aus diesen Vorgesprächen wurden bereits vor der Ausschreibung aufgenommen und in die Planung integriert. Die Planung wurde dem Zweckverband Personennahverkehr Westfalen-Süd (ZWS) und sämtlichen Buskonzessionären vorgestellt, welche ihre Zustimmung schriftlich mitgeteilt hatten.

Vorgaben der DIN beachtet

Der Verkehrsclub Deutschland, Pro Bahn und der Arbeitskreis Schienenverkehr äußerte allerdings in einer Pressemitteilung Kritik an der baulichen Umsetzung der barrierefreien Gestaltung (wir berichteten). Besonders kritisiert wurde die angeblich misslungene Gestaltung des ZOB für Blinde und sehbehinderte Menschen. Zudem wurde die Lage des ZOB in unmittelbarer Nähe zur Westumgehung bemängelt. Diese vermeintlichen Mängel hatten Vertreter dieser Verbände bei Ortsbesichtigungen festgestellt, bei denen aber weder Vertreter der Behindertenverbände noch der Kreisstadt Olpe anwesend waren.

Anlässlich der Kritik hat die Kreisstadt zu einem Gespräch eingeladen, da sie vorher keine Gelegenheit hatte, auf die geäußerte Kritik zu reagieren. Teilnehmer waren Vertreter der örtlichen Behindertenverbände, die Vorsitzende des Blindenvereins für den Kreis Olpe, ein Vertreter der Zuschuss gebenden Stelle ZWS, ein Vertreter des Fahrgastbeirates und Vertreter der drei genannten Verbände, sowie Vertreter der Stadt Olpe.

Von ihnen wurde festgestellt: Die am ZOB verwendeten Ausstattungsmerkmale des Blindenleitsystems mittels Bodenindikatoren entsprechen den Vorgaben der DIN 32984. Somit ist der ZOB auch für ortsfremde Blinde und sehbehinderte Menschen barrierefrei nutzbar, sofern diese die Bedeutung des Systems kennen und in der Handhabung des Blindenlangstocks trainiert sind. Lediglich in wenigen Einzelfällen sind fälschlich verbaute Bodenindikatoren auszutauschen. Der (ebenfalls kritisierte) Verzicht auf einen wie an anderen Omnibusbahnhöfen verwendeten durchgängigen Leitstreifen in Längsrichtung der Gehwege ergab sich dadurch, dass dieser laut DIN 32984 nicht zwingend erforderlich ist und im vorliegenden Fall aufgrund der beengten Verhältnisse nicht optimal hätte angelegt werden können.

Vollkommen ausreichend

Es wurde seitens der Behindertenvertreter und der Vorsitzenden des Blindenvereins bestätigt, dass die verwendeten Bodenindikatoren vollkommen ausreichend seien. Nach Meinung dieser Behindertenvertreter würde die vermehrte Verwendung dieser Bodenindikatoren eher verwirren.

Andere Kritikpunkte der damaligen Presseveröffentlichung erwiesen sich als nicht haltbar und sollen deshalb nicht weiter verfolgt werden.

Nahezu sämtliche Gesprächsteilnehmer bestätigten, dass der ZOB Olpe, insbesondere für Blinde und sehbehinderte Menschen, barrierefrei gestaltet wurde, so die Stadt.

Die geringfügigen Änderungen werden kurzfristig umgesetzt.

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