Leitbild, Vereinbarung oder ein Vertrag?

Nicht alle Eltern wollen die Vereinbarung unterschreiben.
Nicht alle Eltern wollen die Vereinbarung unterschreiben.
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Was wir bereits wissen
Im Grunde sind es Selbstverständlichkeiten, aber im Grundschulverbund Lennetal (Finnentrop / Bamenohl / Rönkhausen) sind sie noch einmal zusammengefasst worden und stehen ganz oben auf der Wunschliste:

Finnentrop..  Im Grunde sind es Selbstverständlichkeiten, aber im Grundschulverbund Lennetal (Finnentrop / Bamenohl / Rönkhausen) sind sie noch einmal zusammengefasst worden und stehen ganz oben auf der Wunschliste:

Lehrerinnen und Lehrer sowie Eltern vereinbaren, die Kinder der Schule zu

Ehrlichkeit,

Höflichkeit,

Rücksichtnahme,

Hilfsbereitschaft und

Gewaltverzicht
zu erziehen. Und sie vereinbaren darüber hinaus, dafür selbst ein gutes Beispiel abzugeben.

Diese sechs Ziele stehen am Anfang eines mehrseitigen Papiers, das die Schüler am Ende des vergangenen Schuljahres mit nach Hause gebracht haben, verbunden mit der Aufforderung, es zu unterschreiben. Nicht alle Eltern sind dieser Aufforderung nachgekommen, teils wohl auch aus Unkenntnis darüber, um was es sich bei diesem „Vertrag“ handelt. Einen vorbereitenden Elternabend zu diesem Thema hat es nämlich nicht überall gegeben.

Ein Entwicklungsprozess

Der wäre aber sehr wünschenswert gewesen. Mit ihrer Erziehungsvereinbarung setzt der Grundschulverbund Lennetal um, was sich laut Hans-Werner Voß, Pressesprecher des Kreises Olpe/Schulamt, alle Schulen vornehmen sollen, nämlich ein Leitbild zu erarbeiten.

„Im Idealfall ist das aber ein Entwicklungsprozess, der von Eltern, Schülern und Lehrern gemeinsam erarbeitet wird.“ Die Lehrer des Grundschulverbundes Lennetal sind in ihrem Teil der guten Absichten sehr grundsätzlich, wenn sie ankündigen, die Schule zu einem Ort freudvollen Lernens zu machen, die Umsetzung der Lehrpläne den individuellen Bedürfnissen und Möglichkeiten der Kinder anzupassen, das Kind zur Verantwortung für den eigenen Lernprozess und das eigene Verhalten zu erziehen und Kinder vor Gefahren, jeder Form von Gewalt und Ungerechtigkeit zu schützen.

Bei den Anforderungen an die Eltern wird es konkreter: Eltern interessieren sich dafür, was in der Schule geschieht, sie fragen nach schulischen Erlebnissen, loben das Kind für Anstrengungen, ermutigen es bei Schwierigkeiten und nehmen an Elternabenden und -sprechtagen teil.

Außerdem sorgen sie für die entsprechenden Rahmenbedingungen: sie achten auf die Vollständigkeit von Material und Sachen, halten das Kind zur Ordnung an, schicken es pünktlich zur Schule und sorgen dafür, dass es einen Platz hat, um in Ruhe seine Hausaufgaben machen zu können.

Konkrete Vorgaben

Für die Schüler sind die Vorgaben ebenso konkret wie im Grunde selbstverständlich: sie kommen regelmäßig zur Schule, sie machen ebenso regelmäßig ihre Hausaufgaben und arbeiten interessiert und lernbereit im Unterricht mit. Und weiter heißt es: „Wir (die Schüler) sind Lehrern wie Schüler gegenüber freundlich und hilfsbereit, vermeiden bei Streitigkeiten Gewalt und suchen friedliche Lösungen, betrachten das Gebäude als schulisches Zuhause und schützen es vor Zerstörung und Verschmutzung. Und: Wir verhalten uns im Schulgebäude ruhig, rücksichtsvoll und leise.

Kein rechtsfreier Raum

Auf der letzten Seite der Erziehungsvereinbarung erinnerte die Vereinbarung die Eltern daran, dass eine Schule kein rechtsfreier Raum ist, es sogar ein Schulgesetzt gibt, in dem aufeinander aufbauend „Erzieherische Einwirkungen“ und „Ordnungsmaßnahmen“ beschrieben werden. Ein umfangreiches Kapitel, das bei der Ermahnung beginnt und in letzter Konsequenz sogar die „Verweisung von allen öffentlichen Schulen des Landes durch die obere Schulaufsichtsbehörde“ kennt.