Legendäres Folk-Festival in Lennestadt lebt im Mai auf

In den 70er und 80er Jahren pilgerten Tausende zum Folk-Festival nach Lennestadt-Grevenbrück.
In den 70er und 80er Jahren pilgerten Tausende zum Folk-Festival nach Lennestadt-Grevenbrück.
Foto: wp
Was wir bereits wissen
Am Samstag, 16. Mai, steigt in Lennestadt-Grevenbrück nach jahrzehntelanger Pause eine Neuauflage des legendären Festivals „Folk in den Bergen“.

Lennestadt.. Sie teilten sich zu Tausenden eine provisorische Dusche und bejubelten ihre Musik-Idole, die sich auf einer selbstgebastelten Bühne die Seelen aus dem Leib schrebbelten: Die Lennestädter Musik-Festivals „Folk in den Bergen“ der 70er und 80er Jahre sind legendär - und das soll wieder zu neuem Leben erweckt werden.

Anlässlich des 875-jährigen Ortsjubiläums von Lennestadt-Grevenbrück heißt es am Samstag, 16. Mai,, in den Veischede-Wiesen: „Let the spirit return!“ Acht Bands werden dann von 14 Uhr bis in den frühen Sonntagmorgen mehr als einen Hauch von „Woodstock im Sauerland“ entfachen. Acht Bands werden dann von 14 Uhr bis in den frühen Sonntagmorgen mehr als einen Hauch von „Woodstock im Sauerland“ entfachen.

Bands aus Folk, Rock, Blues und Weltmusik

Ralf Kluge, einer der Organisatoren, der auch schon als Pennäler bei den ersten Festivals tüchtig mitgefeiert und -gefiebert hat, hofft auf mindestens 2000 Besucher, die mit 46 Euro pro Person unter freiem Himmel zur Kasse gebeten werden. Gerade jetzt in der Vorbereitungszeit erinnert sich Kluge voller Dankbarkeit und Wehmut an den inzwischen verstorbenen Peter Winkelmeier: „Er war der Motor und der geistige Vater dieses Festivals, damals in den guten alten Zeiten.“ Improvisation wurde in jenen Jahren groß geschrieben, und von strengen Sicherheitskonzepten, wie sie jetzt umgesetzt werden müssen, war noch keine Rede.

Zupfgeigenhansel, Werner Lämmerhirt, Rick Abao und viele andere prägten die Sauerländer Folk-Feste. Zur Neuauflage werden Gregor Meyle, Madeline Juno, Dougie Maclean, Y’Akoto, Jamaram, Tannahill Weavers, CM Travel und Far Out erwartet. Eine bunte Mischung, die Folk, Rock, Blues und Weltmusik verspricht.

Zehn Stunden reine Musik

Ralf Kluge mischt nicht nur hinter, sondern auch auf der Bühne ordentlich mit. Seit Jahrzehnten schon ist er Gitarrist bei Far Out: „Das soziale Gefüge stimmt bei uns einfach, und üben müssen wir schon lange nicht mehr.“ Lehrer, Unternehmer und Grafiker bilden die Gruppe, die noch immer regelmäßig in Bürgerhallen, Kneipen und Burghöfen auftritt. Ihr Konzert am 2. Weihnachtsfeiertag im Saloon auf dem Gelände der Elsper Festspiele hat im Laufe der vergangenen 25 Jahre regelrechten Kultcharakter bekommen. „Zehn Stunden reine Musik“ verspricht Ralf Kluge bei „Folk in den Bergen 2015“, und er ist sicher: „Da ist für jeden und alle Altersgruppen bestimmt etwas dabei.“

Schon in den Anfängen des Sauerländer Woodstock-Ablegers übertrug der WDR aus Grevenbrück. Ein ausgedienter Bauwagen war Festivalbüro und zugleich technische Zentrale. Die Musiker saßen auf Küchenstühlen aus der Nachbarschaft, und wenn die Sonne doch einmal zu intensiv brannte, wurden Schirme aus den umliegenden Gärten aufgestellt.

Ob das Revival-Festival der Beginn einer zweiten Ära werden kann? Ralf Kluge ist optimistisch: „Ich wäre auf alle Fälle für eine Wiederholung.“