Kunterbunte Züge in Schönau und Saalhausen

Schönau/Saalhausen..  Einmal mehr tönte um 11.47 Uhr der Helene Fischer-Hit „Atemlos“ aus den Lautsprechern. Doch der Rosenmontagszug in der Wendschen Karnevalshochburg Schönau hatte die Ruhe weg. Von wegen atemberaubendes Tempo. Im Gegenteil. Der närrische Lindwurm hatte die Ruhe weg. Es war kurz vor 12 Uhr, als der Zug den Sprecherwagen mit Reinhard „Schlummy“ Jung, dem Moderator und Ehrenvorsitzenden, und Elferratsmitglied Michael Müller in der Dorfmitte passierte.

Doch das Warten hatte sich für die tausenden von Jecken am Straßenrand gelohnt. Sie erlebten einen kunterbunten Rosenmontagszug mit 300 Akteuren und 20 Positionen, davon acht Großwagen. „Ein Dreivierteljahr haben die Jungs und Mädels an Kostümen und Wagen gearbeitet. Das kann sich hier heute sehen lassen“, brachte es Jung auf den Punkt. „Wir feiern gern das ganze Jahr, drum wurden wir zum Prinzenkönigspaar“, lautete das Motto von Sven I. und Denise I.

1000 Rosen vom Narrenschiff

Die Fußgruppen waren als Pfauen, Badeenten, Hippies, Norweger, Schlümpfe und Heißluftballons unterwegs. Für das größte Gefährt sorgten die Gerlinger Jungschützen, die erstmals mit einem eigenen Wagen dabei waren. Ihr Thema: American Football. Von Bord des Narrenschiffs ging Bürgermeister Peter Brüser: „Seit 1993 stehe ich hier auf dem Wagen. In den 23 Jahren habe ich alles erlebt, Sonnenschein, Regen und Eis, aber eines war immer gleich: die gute Laune. Ich sage dem Karnevalsverein: Danke für die schöne Zeit.“ Gemeinsam mit dem Vorsitzenden Thomas Dröscher warf Brüser alles mögliche ins närrische Volk: Neben 1000 Rosen gab es auch Fleischwürste und Quarkbällchen (weiter auf Seite 3).

Ein ganz besonderes Highlight des diesjährigen Rosenmontagsumzugs der Roten Funken in Saalhausen verbarg sich hinter den Kulissen: Im Kampf gegen den Alkoholmissbrauch haben die Organisatoren ein System mit verschiedenfarbigen Bändchen eingeführt, so dass Teilnehmer/-innen unter 16 Jahren keinen und solche bis 18 Jahre keinen hochprozentigen Alkohol bekamen. das konnte die Stimmung aber keinesfalls beeinflussen.

Klarmachen zum Entern

Unter dem Motto „Piraten in Saalau - Klarmachen zum Entern“ startete die jecke Parade pünktlich um 15.11 Uhr. Zuvor hatte sich bereits einige Tausend Zuschauer entlang der Hauptstraße aufgestellt, viele davon bunt kostümiert. Bei sonnigem Wetter und nicht zu kalten Temperaturen bot sich somit eine ideale Kulisse für den herannahenden Umzug. Die etwa 320 Akteure verteilten sich auf 15 Großwagen und 18 Fußgruppen, die sich, angeführt vom Saalhauser Mottowagen, durch den Ort schoben. Für die musikalische Unterstützung reihten sich die Musikvereine aus Albaum, Saalhausen und Gosenbach ein.

Die Wagenbauer hatten sich in den sechs Wochen Vorbereitungszeit in der Wagenbauhalle der KG Rote Funken einiges einfallen lassen: 50 Jahre Nutella wurden gefeiert, an Udo Jürgens gedacht, Uli Hoeneß aus dem Knast befreit und auch für das Fernsehen waren zwei Wagen reserviert: „Bauer sucht Frau“ und „Fernseh an, Kochshow dran“. Es regnete Kamelle für die Kleinen am Straßenrand. Und natürlich hatten auch die Fußgruppen einiges zu bieten (weiter auf Seite 3).