Kritik an kreisweitem Müllkonzept

Lennestadt..  So richtig glücklich ist man in Sachen geplanter kreisweiter Ausschreibung der Müllabfuhr samt einheitlichem Entsorgungssystem nicht. Auch wenn sich die CDU in der letzten Ratssitzung mit ihren Stimmen für die kreisweite Müll-Kooperation durchsetzte - als Ideallösung wurde der Kompromiss auch von den Christdemokraten nicht gesehen.

Heinz Vollmer, SPD-Fraktionsvorsitzender, wiederholte seine Ablehnung aus Ausschusssitzungen: „Wer bezahlt die neuen Mülltonnen? Warum wird auf das in Lennestadt bestens funktionierende Rabattsystem bei der grauen Tonne verzichtet? Die Müllentsorgung in Lennestadt wird teurer und schlechter.“

Ausschreibung im Six-Pack

Wenn europaweit ausgeschrieben werde, und zwar nicht von einer Kommune allein, sondern im Six-Pack (Attendorn ist derzeit noch vertraglich anderweitig gebunden), könne es nur billiger werden, argumentierte CDU-Fraktionschef Gregor Schnütgen: „Durch die geplanten Kooperationen der Kommunen wird es Synergieeffekte geben. Denn die Müllentsorger müssen sich nicht auf unterschiedliche Abfuhrrhythmen einstellen und müssen auch nicht vor Gemeindegrenzen Halt machen.“

Beigeordneter Karsten Schürheck pflichtete bei: „Bei einer größeren Ausschreibung kann es nur günstiger werden.“ Verbeek (Grüne) wunderte sich über eine Aussage aus Olpe: „Der Kreis will keine Synergieeffekte und die damit verbundenen Einsparpotenziale.“ Deswegen sei die ganze Sache für seine Fraktion nicht zustimmungsfähig.

Schürheck: „Ich kann diese Aussage des Kreises nicht nachvollziehen.“ Bürgermeister Stefan Hundt: „Auslöser der Kreisambitionen war, dass die Mekam-Tonnen in Drolshagen und Wenden nicht mehr lieferbar waren. Es wurde nichts vom Kreis den Kommunen übergestülpt.“ Externer Sachverstand habe bei der letzten Ausschreibung in Lennestadt stolze 30 000 Euro gekostet. Vollmer: „Wir lassen nicht zu, dass eine interkommunale Umarmung vollzogen wird - und alles zu Lasten Lennestadts.“