Kreuzbund-Medaille für Christa Gattwinkel

Christa Gattwinkel mit den Kindern, die am Familienseminar und an der Kreuzbund-Verleihung teilgenommen haben.
Christa Gattwinkel mit den Kindern, die am Familienseminar und an der Kreuzbund-Verleihung teilgenommen haben.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Mit der Kreuzbund-Medaille, der höchsten Auszeichnung, die der Bund für ganz besondere Verdienste zu vergeben hat – wurde die Kirchhundemerin Christa Gattwinkel ausgezeichnet.

Olpe/Kirchhundem.. Nicht die Laudatio von Andrea Stollfuß, der Bundes-Vorsitzenden des Kreuzbundes Deutschland, nicht die anerkennenden Worte zahlreicher Ehrengäste, auch nicht die Präsente unterschiedlichster Art konnte die Emotionen von Christa Gattwinkel so hervorrufen, wie die roten Rosen, die ihr von vielen Kindern mit einer Geste des Dankes überreicht wurden. Sind es doch gerade die Kinder, die der so hoch Geehrten am meisten am Herzen liegen.

Im Jugendhof des Pallottihauses erhielt Christa Gattwinkelaus Kirchhundem im Rahmen eines Familienseminars des Kreuzbundes Olpe die höchste Auszeichnung, die der Bund für ganz besondere Verdienste zu vergeben hat – die Kreuzbundmedaille. Damit wurde eine Person geehrt, die 1989 den ersten Kontakt zur Kreuzbundgruppe in Altenhundem aufnahm und 1995 nicht nur Frauenbeauftragte des Kreuzbund-Diözesanverbandes Paderborn wurde, sondern auch ganz speziell für Kinder, Jugend und Familie.

Es folgte schließlich ein Jahr später die Gründung der ersten Smily-Kids-Gruppe innerhalb der Diözese Paderborn – Initiatorin natürlich Christa Gattwinkel. „Sie hat Großes bewirkt“, so Andrea Stollfuß in ihrer Laudatio, „sie ist nie von ihrem Ziel abgewichen und widmete sich vor allem Kindern aus Familien mit suchtbelasteten Problemen. Sie hat früh erkannt, dass Kinder die Leidtragenden sind. Durch Sie können Kinder Anerkennung und Wertschätzung erfahren. Durch Vertrauen können Kinder stark werden.“

Mit Herz und Verstand

„Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“ Die Bundesvorsitzende verwies erst gar nicht auf Erich Kästner, als sie feststellte: „Mit Herz und Verstand hat sie unendlich viel Gutes bewirkt.“ Und dankte im Namen des Kreuzbundes für ihren unermesslichen Einsatz.

Fast wie beim Schneeball-System verbreiteten sich in den weiteren Jahren nicht nur im Kreis und in der Region solche Selbsthilfegruppen, sondern auch in der Ukraine. Und selbst bis nach Mexiko wurde das Gedankengut der Smily-Kids bekannt und Selbsthilfegruppen aufgebaut. Suchtprobleme gibt es – leider – weltweit. Schließlich erhielt sie Einladungen zu Workshops und Fachtagungen, deren Teilnehmer als Multiplikatoren wirken sollten.

„Wer heute nur für sich selbst sorgen will, verspielt mit der Zukunft anderer auch die eigene.“ Rudolf Gattwinkel, der Sprecher des Kreuzbundes Olpe, zitierte Worte des Alt-Bundespräsidenten Gustav Heinemann und verwies auf eine über 100-jährige Erfolgsgeschichte des Kreuzbundes im Kreis: „Es gibt Angebote rund um die Uhr für Jung und nicht mehr ganz so Taufrische.“

Begegnung mit Menschen

Andreas Reinéry, Bürgermeister von Kirchhundem, verdeutlichte unter Bezug auf Alexander von Humboldt, dass nur die Begegnung mit Menschen die Arbeit wertvoll macht. „Ihr Wirken, Frau Gattwinkel, findet vielfach im Verborgenen statt, muss dort stattfinden. Doch heute stehen Sie in der Öffentlichkeit. Sie haben eine hohe Vorbildfunktion.“

Michael Färber, Fachbereichsleiter für Jugend, Gesundheit und Soziales im Kreis Olpe, sprach aus, was eigentlich selbstverständlich sein sollte: „Ohne Selbsthilfe und ohne Ehrenamt geht es nicht.“ Christa Gattwinkel habe mit ihrem angestoßenen innovativen Projekt immer den Blick auf die Kinder gerichtet.

In der Einführung zu der Feierstunde, zu der natürlich auch ihre Söhne mit Familie und Enkelkinder geladen waren, betonte Otto Fehr vom Diözesan-Vorstand des KB Paderborn: „Die Smily-Kids sind eine einzige Erfolgsgeschichte und nicht mehr wegzudenken. Suchtgefahren nehmen immer mehr zu. Die Zusammenarbeit mit Christa Gattwinkel macht sehr viel Spaß, sie hat die volle Unterstützung des Diözesanverbandes.“

Ohne diese Unterstützung wäre ihr hohes soziales Engagement auch nicht denkbar gewesen. „Am Anfang war viel Skepsis, ob eine solche Aufgabe überhaupt im Ehrenamt zu bewältigen sei“, erzählte Christa Gattwinkel von gewissen Startschwierigkeiten, die sie aber schnell ausräumen konnte, zumal die Familie voll hinter ihr stand. An ein Ende ihrer Arbeit denkt die 73-Jährige noch nicht, auch wenn sie in Zukunft ihren Einsatz, vor allem in der Erzdiözese, etwas reduzieren wird. Priorität bleibt für die Smily-Kids-Gründerin aber nach wie vor die Arbeit mit den Kindern.