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Reportage

Kontrolle über Zähne, Ohren und Pfoten

16.04.2012 | 11:00 Uhr
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Kontrolle über Zähne, Ohren und Pfoten
Eine der drei Prüfungsgruppen beim Spaziergang am Biggesee bei Olpe.

Mecklinghausen.   Mit dem Hundeführerschein werden Halter und Tiere für das richtige Verhalten im Alltag sensibilisiert.

Diego macht es sich erst einmal in der Sonne bequem und streckt sich. Diego, der Rhodesian Ridgeback, ist ganz entspannt. Sein Frauchen Ursula Schweinsberg aus Maumke ist am anderen Ende der Leine. Sie ist nicht ganz so entspannt wie ihr Vierbeiner, aber sie weiß, auf sie kann sich auf ihn verlassen.

Ursula Schweinsberg ist einer von 16 Hundehaltern, die an diesem Tag ihren Hundeführerschein ablegen. Unter den Augen von Reinhard Seib, Prüfer beim Berufsverband der Hundeerzieher und Verhaltensberater (BHV), müssen gleich alle Teilnehmer zeigen, dass sie mit ihrem Hund umgehen können.

„In der ‘Führerscheinprüfung‘ müssen die Hundehalter dieses in typischen Alltagssituationen unter Beweis stellen und außerdem Fragen beantworten über gesetzliche Regelungen, Lernverhalten und Kommunikation von Hunden, Verhalten des Besitzers in der Öffentlichkeit sowie Gesundheit und Aufzucht von Hunden“, erklärt Seib den Umfang der Prüfung. Den theoretischen Teil haben alle am Morgen in der Hundeschule Biggesee in Mecklinghausen geschafft.

Nach einer kurzen Einweisung startete im Anschluss der erste Teil der praktischen Prüfung in einer ablenkungsarmen Umgebung, nämlich auf dem Hundeplatz. Hier zeigten die Teams, dass sie problemlos bei ihren Hunden Ohren, Zähne und Pfoten kontrollieren können, einen Maulkorb anlegen sowie ihm ein Spielzeug oder Futter abnehmen können.

Am Nachmittag folgt der anspruchsvolle Teil. Drei Gruppen gehen mit fünf oder sechs Hunden gemeinsam am Biggesee spazieren. „An diesen sonnigen Tagen haben wir hier alles, was einer typischen Alltagssituation entspricht: Radfahrer, Jogger, Kinder, Futter auf dem Boden und andere Hunde“, erklärt Martina Steckelbach von Hundeschule die Auswahl der Örtlichkeit.

Zuerst sind Diego und sein Frauchen an der Reihe. Sie gehen ein Stück, dann muss Diego den Grundkommandos folgen. Sitz, Platz und Steh sind kein Problem.

Auch als Ursula Schweinsberg ihren Diego ableint und ablegt, ist der afrikanische Löwenhund nur aufmerksam, aber nicht hektisch. Auf Zuruf kommt er sofort und auch Radfahrer und Kinder lenken ihn nicht ab. Selbst als er ein Leberwurstbrot findet, das Prüfer Reinhard Seib hinterlegt hat, widersteht er dieser großen Versuchung. Prüfer Seib ist überaus zufrieden mit dem Ergebnis.

Andre Ohm aus Thieringhausen ist mit Halla, seinem Mix aus Schäferhund und Kaukasischer Owtscharka, ebenfalls ein Prüfungskandidat. Warum beteiligt er sich überhaupt an dieser Prüfung? „Noch ist es zwar keine Pflicht“, weiß Andre Ohm, „aber ich lerne, den Hund im Alltag sicher unter Kontrolle zu haben, damit er weder andere Menschen noch Hunde gefährdet.“

Reinhard Seib ergänzt. „In Bundesländern wie Niedersachsen, Hamburg, Bremen und zukünftig wohl auch Hessen ist dieser Hundeführerschein für Halter Pflicht. Auch Kommunen oder Städte in NRW können ihn von den Hundebesitzern fordern und als Ansporn die Hundesteuer verringern oder erlassen.“

Für Diego gibt es am Ende noch ein Leckerchen und für Ursula Schweinsberg ein Lob vom Prüfer „Alles bestens geschafft!“

Barbara Sander-Graetz

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