Knallhartes „Nein“ oder verantwortliches „Ja“

Streit im Repetal um die Windkraft. Bürgerwindpark gegen totale Ablehnung
Streit im Repetal um die Windkraft. Bürgerwindpark gegen totale Ablehnung
Foto: Jan Oelker
Was wir bereits wissen
Die „Bürgerinitiative Lebenswertes Repetal“ setzt ihren Kampf gegen den geplanten Bürgerwindpark fort. Am Mittwoch sprachen Vertreter der BI mit der Volksbank Bigge-Lenne, zuvor hatte es ein Gespräch mit der Attendorner Stadtverwaltung gegeben.

Repetal..  Die „Bürgerinitiative Lebenswertes Repetal“ setzt ihren Kampf gegen den geplanten Bürgerwindpark fort. Am Mittwoch sprachen Vertreter der BI mit der Volksbank Bigge-Lenne, zuvor hatte es ein Gespräch mit der Attendorner Stadtverwaltung gegeben.

„Wir haben die bekannten Argumente gehört“, sagt BI-Vorsitzender Gerd Pulte. Würde sich die Stadt nicht engagieren, überließe man das Feld den Projektentwicklern mit der Folge, dass die Stadt verspargelt würde. Die Volksbank wolle ihrer regionalen Verantwortung gerecht werden. Das alles sei besser, als nichts zu tun.

„Das sehen wir anders“, sagt Pulte. Die Bürgerinitiative setzt mit ihrer Totalablehnung von Windkraft im Repetal zunächst einmal auf Zeitgewinn und hofft, dass sich wirtschaftliche Vernunft durchsetzt. Immer öfter werde, so Pulte, in Frage gestellt, ob sich in den schwachwindigen Mittelgebirgslandschaften Windkraft überhaupt rechne: „Um nicht falsch verstanden zu werden, wir sind nicht grundsätzlich gegen Windkraft. Aber sie gehört dorthin, wo sie sich rechnet und niemanden stört.“

Damit wird das Repetal für die BI zum Ausschlusskriterium, denn in einem Erholungsgebiet haben Windkraftanlagen nach Ansicht von Gerd Pulte nichts verloren. „Und, dass das Repetal ein Erholungsgebiet ist, hat der Landschaftverband Westfalen-Lippe bereits 2005 festgestellt.“

Als halbherzig und enttäuschend bezeichnete Pulte die Stellungnahme der Stadt zum Regionalplan, in der einerseits davon die Rede sei, dass die Ortschaften Mecklinghausen, Rieflinghausen, Bürberg usw. regelrecht „umzingelt“ würden, man anderseits aber nur von einer notwendigen „Anpassung“ und einer „Erhöhung der Vorsorgeabstände“ spreche, statt die Windkraftanlagen im Repetal komplett abzulehnen.

In den kommenden Wochen will die BI eine Informationskampagne starten, „weil wir davon ausgehen“, so Pulte, „dass viele Bürger noch gar nicht wissen, was auf sie zukommt.“

Manche wissen es und vertreten trotzdem eine andere Auffassung, so wie Johannes Jürgens, ehemaliger Stadtrat und stellvertretender Vorsitzender der CDU im Repetal. Er glaubt nicht, dass die Stadt das Problem aussitzen kann: „Wir sind gezwungen, Flächen ausweisen.“

Das Beste herausholen

Jürgens ärgert sich über Darstellungen der BI, in denen die Windräder so dicht nebeneinander stehen, dass sie sich mit den Rotoren berühren würden: „Heute kann doch noch niemand etwas über Abstände, Höhen und Anzahl sagen.“ Eine völlige Absage an die Windkraft kommt für ihn nicht infrage: „Die Energiewende ist eine gesellschaftliche Aufgabe, der wir uns nicht verschließen können.“ Er warnt davor, mit einem knallharten Konfrontationskurs, der zum Scheitern verurteilt sei, genau das Gegenteil von dem zu erreichen, was man eigentlich will: „Unser Ziel muss es sein, in Gesprächen über Höhen und erträgliche Abstände das Beste für das Repetal herauszuholen.“